Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
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144 David Kopperfield.

deren ich mir bewußt bin, waren erſtens: daß ich ein ärm⸗ licheres Ausſehen bekommen hatte, und zweitens, daß ich jetzt um Vieles von dem Gewichte der Sorgen Mr. und Mrs. Micawbers erleichtert war; denn mehrere Verwandte oder Bekannte hatten ſich bereit erklärt, ihnen in ihrem gegenwärtigen Zuſtande zu helfen, und ſte hatten in dem Gefängniſſe ein angenehmeres Leben, als wie ſie außer demſelben gehabt. Ich pflegte jetzt mit ihnen zu früh⸗ ſtücken, in Folge einer Verabredung, von der ich die Ein⸗ zelnheiten vergeſſen habe. Ebenſo habe ich vergeſſen, um welche Stunde die Gitterthore geöffnet wurden, ſo daß mir der Eintritt geſtattet war; aber das weiß ich, daß ich oft ſchon um ſechs Uhr auf war, und daß ich mich auf dem Wege, der zwiſchen meiner Wohnung und dem Ge⸗ fängniſſe lag, am Liebſten lungernd und träumend auf der alten London⸗Brücke herumtrieb. Hier war ich ge⸗ wohnt, auf einer der Pfeilerbänke zu ſitzen und mir das vorübergehende Volk zu betrachten, oder über das Ge⸗ länder hinab auf die Sonne zu blicken, welche im Waſſer glitzerte und die goldene Fahne auf der Spitze des Mo⸗ numents erleuchtete. Manchmal traf mich hier das Waiſen⸗ kind, um ſich von mir verwunderliche Geſchichten von den Werften und dem Tower erzählen zu laſſen, von denen ich jetzt nichts mehr zu ſagen weiß, als daß ich hoffe, ich habe ſie ſelbſt geglaubt. Des Abends pflegte ich in das Gefängniß zurückzukehren und mit Mr. Micawber auf dem Spaziergange der Gefangenen auf und ab zu wandeln, oder mit Mrs. Micawber Caſino zu ſpielen und ihre Er⸗ innerungen an Papa und Mama anzuhören.

Ob Mr. Murdſtone wußte, wo ich war, kann ich nicht ſagen. Wenigſtens erzählte ich nichts davon im Geſchäfte von Murdſtone und Grinby.