Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
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David Kopperfield. 143

wohl es mir deucht, daß wir lange Zeit dort blieben. Endlich enſchloß ſich Mrs. Micawber, ins Gefängniß zu ziehen, wo ihr Gemahl ſich jetzt ein eigenes Zimmer ge⸗ ſichert hatte. So trug ich denn den Hausſchlüſſel zum Wirthe, der ſehr froh war, ihn zum bekommen, und die Betten wurden nach Kingsbench hinübergeſchickt, mit Ausnahme des meinen, für welches ein kleines Stübchen außer den Mauern und in der Nachbarſchaft dieſer Anſtalt gemiethet wurde; natürlich zu meiner vollen Zufriedenheit, da die Micawbers und ich ſich zu ſehr an einander gewöhnt hatten, als das wir uns in unſrer Bedrängniß von ein⸗ ander hätten trennen können. Das Waiſenkind wurde auf gleiche Weiſe in einer billigen Wohnung in derſelben Gegend untergebracht. Mein Logis war ein ſtilles, nach hinten gelegenes Bodenkämmerchen mit ſchräglaufender Decke, welches eine angenehme Ausſicht auf einen Zimmer⸗ hof gewährte, und als ich's in Beſitz nahm und dabei mich erinnerte, daß Mr. Micawbers Bedrängniſſe endlich zur Kriſis gekommen ſeien, kam mir's wie ein wahres Para⸗ dies vor.

Die ganze Zeit war ich bei Murdſtone und Grinby mit denſelben niedrigen Arbeiten, in Geſellſchaft derſelben gemeinen Kameraden und mit demſelben Gefühle unver⸗ dienter Erniedrigung beſchäftigt, als zuerſt. Aber nie⸗ mals, und ohne Zweifel zu meinem Glücke, machte ich eine einzige Bekanntſchaft oder ſprach mit einem der vie⸗ len Knaben, welche ich taͤglich nach dem Waarenhauſe gehen oder von dort kommen und um die Eſſenszeit durch die Straßen auf Beute ausgehen ſah. Ich führte daſſelbe Leben voll heimlichen Unglücks; aber ich führte es in der⸗ ſelben einſamen, auf mich ſelbſt zurückgezogenen Weiſe, wie vom erſten Tage an. Die einzigen Veränderungen,