Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
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David Kopperfield. 27

Ueberraſchung fühlte, ich ſolle die Hintertreppe hinauf⸗ gehen und eine reine Halskrauſe umthun, bevor ich nach dem Eßzimmer mich begebe. Dieſe Befehle befolgte ich, aber mit ſolch einer Gemüthsunruhe und ſolch einer Auf⸗ regung meiner kindlichen Empfindungen, wie ich ſie nimmer zuvor erfahren; und als ich bis zu der Thür des Emp⸗ fangzimmers kam, und der Gedanke mir beifiel, daß es meine Mutter ſein könne ich hatte nämlich bis dahin nur an Mr. und Miß Murdſtone gedacht zog ich meine Hand von der Klinke zurück und hielt inne, um Zeit zu einem Seufzer zu haben, bevor ich einträte.

Zuerſt ſah ich niemand; als ich aber einen Druck gegen die Thür fühlte, blickte ich mich rings um, und ſiehe da waren, zu meiner Verwunderung, Mr. Pegotty und Ham, welche mir mit ihren Hüten entgegenwinkten und ſich einer den andern an die Wand quetſchten. Ich mußte lachen, aber mehr aus Freude, ſie zu ſehen, als wegen der lächerlichen Manier, in der ſie auftraten. Wir ſchüt⸗ telten uns in der herzlichſten Weiſe die Hände, und ich lachte und lachte, bis ich endlich mein Taſchentuch her⸗ auszog, um mir die Augen zu wiſchen.

Mr. Peggotty(welcher, wie ich mich beſinne, wäh⸗ rend des ganzen Beſuchs nicht ein einziges Mal den Mund zuthat) zeigte großes Mitleid, als er mich dies thun ſah, und winkte Ham, etwas zu ſagen.

Heda, luſtig, kleiner Musje David! ſagte Ham mit einem freundlichen Grinſen.Ei der Tauſend, wie biſt Du in's Kraut geſchoſſen!

Bin ich wirklich gewachſen? verſetzte ich, indem ich mir die Augen trocknete. Ich wüßte nicht, daß ich über irgend etwas Beſondres geweint hätte, aber ich weiß