0 David Kopperfield.
geregten Zuſtande verblieb, wandte ſich Mr. Creakle zu Steerforth und ſagte:
„Nun denn, Sie, da er ſich nicht herabläßt, mir's zu erzählen, was geht hier vor?“
Steerforth wich der Frage ein Weilchen aus, indem er in Zorn und Aerger auf ſeinen Gegner blickte und im Schweigen verharrte. Ich konnte nicht umhin, ſelbſt bei dieſem Zwiſchenfalle zu denken, was für eine vornehme Erſcheinung das Bürſchchen war, und wie plump und un⸗ ſchön Mr. Mell ihm gegenüber ſich ausnahm.
„Was meinte er damit, als er vorhin von Begünſti⸗
gung ſchwatzte?“ ſagte Steerforth endlich.
1„Begünſtigung?“ wiederholte Mr. Creakle, indem ihm die Stirnadern augenblicklich anſchwollen.„Wer
ſprach von Begünſtigten?“
„Er ſprach davon,“ ſagte Steerforth.
„Bitte, wollen Sie mir wohl ſagen, Herr, was Sie damit meinen?“ fragte Mr. Creakle, indem er ſich zornig zu ſeinem Hülfslehrer wandte.
„Ich meinte damit, Herr Creakle,“ entgegnete dieſer mit dumpfer Stimme,„als ich's ſagte, daß kein Zögling ein Recht habe, ſich ſeiner bevorzugten Stellung zu be⸗ dienen, um mich zu erniedrigen.“
„Sie zu erniedrigen?“ ſagte Mr. Creakle.„Guter Schöpfer! Aber erlauben Sie mir doch die Frage, Herr Ding's da,“— und hier kreuzte er die Arme, das Rohr und alles mit einander über der Bruſt und verwandelte ſeine Augenbrauen in ſolch einen Knäuel, daß ſeine kleinen Augen unter denſelben kaum ſichtbar waren,—„ob Sie, wenn Sie von Begünſtigungen reden, die gehörige Ach⸗ tung vor mir beweiſen? Vor mir, Herr,“ ſagte Mr. Creakle, indem er plötzlich den Kopf ihm entgegenwarf und ihn
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