Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
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David Kopperfield.

Es war eigentlich, da es Sonnabend war, nur halbe Schule. Da aber der Lärm auf dem Spielplatze Mr. Creakle beſchwerlich gefallen ſein würde, und das Wetter zum Spazierengehen nicht günſtig war, ſo wurden wir auch für den Nachmittag in die Schule befehligt, bekamen jedoch nur einige leichtere Aufgaben, als gewöhnlich, welche für dieſe Gelegenheit gemacht waren. Es war der Tag in der Woche, an welchem Mr. Sharp ausgingz um ſich ſeine Perücke kräuſeln zu laſſen, und ſo hielt Mr. Mell, der ſtets, wie es auch kam, das Plackholz machte, die Schul⸗ ſtunden allein.

Wenn ſich die Vorſtellung eines Büffels oder eines Bären mit einem ſo ſanften Charakter wie Mr. Mell ver⸗ binden ließe, ſo würde ich mir ihn, als Mittelglied des Vergleichs jenen Nachmittag, wie der Spektakel am tollſten war, genommen, als eines jener Thiere denken, gehetzt von tauſend Hunden. Ich entſinne mich ſeiner, wie er ſein ſchmerzendes Haupt, geſtützt auf ſeine magere Hand, über ſein Buch auf dem Pulte beugte und ſich erfolglos beſtrebte, mit ſeiner mühſeligen Arbeit weiter zu kommen, inmitten eines Aufruhrs, der den Sprecher im Hauſe der Gemeinen hätte ſchwindelig machen können. Die Jungen ſprangen heraus und herein in ihre Plätze, indem ſie im Winkel mit andern Jungen Haſchemännchen ſpielten; hier gab's lachende, dort ſingende, da plaudernde, da tanzende, da heulende Jungen; hier ſcharrten ſie mit den Füßen, dort quirlten ſte um ihn herum, grinſten ihn an, zogen ihm Fratzen, äfften ihn hinter ſeinem Rücken und vor ſeinen Augen nach, machten ihm ſein ärmliches Ausſehen, ſeine Stiefeln, ſeinen Rock, ſeine Mutter, kurz alles ihm Angehörige nach, wovor ſte hätten Achtung haben ſollen. Ruhe! ſchrie Mr. Mell, indem er plötzlich aufſprang