Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
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14 David Kopperfield.

durchgebakelt wurde wegen ungehöriger Aufführung im Schlafſaale.

Was immer Romantiſches und Träumeriſches in mir lag, wurde durch dieſes viele Geſchichtenerzählen im Dun⸗ keln gekräftigt und aufgeregt, und in dieſer Hinſicht mag die Fortſetzung nicht eben förderlich für mich geweſen ſein. Aber der Umſtand, daß mich die Knaben der Stube, in welche ich gehörte, als ein Spielzeug liebten, und das Bewußtſein, daß dieſer mein Vorzug unter den Knaben herumkam und nicht wenig die Aufmerkſamkeit auf mich lenkte, obwohl ich der Jüngſte in der Anſtalt war, bewog mich zur Ausübung meiner Geſchicklichkeit. In einer Schule, die durch nichts als grauſame Strenge geleitet wird, kann Jemand, mag die Oberaufſicht nun von einem unwiſſenden Tölpel geführt werden oder nicht, ſchwerlich viel lernen. Ich glaube, unſre Knaben waren, im Allge⸗ meinen, ſo unwiſſend, wie nur irgend ein Haufe Schul⸗ buben in der Welt; ſie wurden zu viel gequält und ge⸗ prügelt wegen des Lernens, um etwas zu lernen; ſie konnten ebenſowenig dies mit Erfolg thun, als irgend jemand irgend etwas mit Erfolg thun kann, wenn er ein Leben voll Mißgeſchick, Drangſal und Kümmerniß führt. Doch mein Bischen Eitelkeit und Steerforths Hülfe brach⸗ ten mich einigermaßen vorwärts, und, ohne daß ſte mir viel, wenn irgend irgendwelche, Prügel erſpart hätten, machten ſie mich doch für die Zeit, die ich dort war, zu einer Ausnahme von dem großen Haufen, und ich pickte fortwährend wenigſtens ein paar Brocken Weisheit auf.

Hierin ſtand mir Mr. Mell bei, der eine Vor⸗ liebe für mich gefaßt hatte, welcher ich dankbar gedenke. Es machte mir immer Kummer, wenn ich bemerkte, wie Steerforth ihn mit ſyſtematiſcher Kränkung behandelte