156 David Kopperfield.
Spaß machen, wegzukriegen, wie Creakle dieſe Abſicht habe. Als er von einem ſanften Knaben(nicht mir) gefragt wurde, wie er verfahren würde, wenn er merkte, daß jener wirklich die Abſicht habe, ſo tippte er ein Schwefelhölzchen in ſein Phosphorusfläſchchen, um das gehörige Licht über ſeine Antwort zu verbreiten, und ſagte, er würde damit beginnen, daß er ihn durch einen Hieb vor die Stirn mit der Sieben⸗ und Sechspfennig⸗Tintenflaſche zu Boden ſtrecke, welche ſich immer auf dem Kaminſims befand. Athemlos ſaßen wir einige Zeit im Dunkeln.
Ich hörte, daß Mr. Sharp und Mr. Mell beide ver⸗ muthlich entſetzlich ſchlecht beſoldet würden, und daß, wenn es auf Mr. Creakle's Mittagstiſch warmes und kaltes Fleiſch gäbe, man von Mr. Sharp ſtets erwarte, daß er das kalte vorzöge, welches wiederum durch J. Steerforth, dem einzigen, der an dem Tiſche des Vorſtehers aß, bbe⸗ kräftigt wurde. Ich hörte, daß Mr. Sharps Perücke ihm nicht paßte, und daß er gar nicht nöthig hätte, ſo, groß⸗ brodig“— ein Anderer ſagte„großſchnauzig“— damit zu thun, da ſein eigenes rothes Haar gar zu deutlich hinten zu ſehen ſei.
Ich hörte, daß ein Knabe, welcher eines Kohlen⸗ händlers Sohn ſei, als Gegenrechnung für die unbezahlte Kohlenrechnung in die Schule käme und deswegen„Wech⸗ ſel“ oder„Tauſch“ genannt werde— ein Name, der aus dem Rechenbuche entnommen warunddieſe geſchäftliche Aus⸗ gleichung ſehr wohl ausdrückte. Ich hörte, daß das Tiſchbier ein Raub an den Aeltern, und der Pudding ein Betrug wäre. Ich hörte, daß Miß Creakle von der ganzen Schule als in Steerforth verliebt betrachtet werde, und gewiß, als ich ſo im Dunkeln ſaß und an ſeine hübſche Stimme,


