David Kopperfield. 1355
Schulmeiſtergeſchäft ergriffen, nachdem es mit der Tanz⸗ meiſterei ein Ende genommen, undeer ſich mit Mrs. Creakle's Geld davon gemacht gehabt— außerdem noch ein gutes Theil Scandal von dieſer Sorte, worüber ich mich wun⸗ derte, daß ſte's wußten.
Ich erfuhr, daß der Mann mit dem Stelzfuße, deſſen Name Tungay war, ein dickköpfiger Barbar ſei, welcher früher bei der Tanzmeiſterei geholfen, aber mit Mr. Creakle in den Gelehrtenſtand getreten ſei, weil er, wie man unter den Knaben vermuthete, in deſſen Dienſten ſein Bein gebrochen, außerdem aber, weil er Schlechtigkeiten für ihn verübt habe und ſeine geheimen Angelegenheiten kenne. Ich hörte, daß, mit einziger Ausnahme von Mr. Creakle, Tungay die ganze Anſtalt, Lehrer wie Schüler, als ſeine natürlichen Feinde betrachte, und daß die einzige Freude ſeines Lebens darin beſtände, ſauertöpfiſch und boshaft zu ſein. Ich hörte, daß Mr. Creakle einen Sohn hätte, welcher dieſem Tungay nicht grün geweſen ſei, und welcher, ſeinem Vater in der Schule beiſtehend, demſelben einſt bei einer Gelegenheit, wo er ſeine Disciplin zu grauſam gehandhabt, Vorſtellungen gemacht und außerdem ver⸗ muthlich gegen die ſchlechte Behandlung ſeiner Mutter Proteſt eingelegt habe. Ich hörte, daß Mr. Creakle ihn in Folge deſſen aus der Thür geworfen habe, und daß Mrs. und Miß Creakle ſeitdem fortwährend ſchwermüthig ſeien.
Aber das größte Wunder, welches ich von Mr. Creakle hörte, war, daß in der Schule ein Knabe, an welchen er ſich noch niemals Hand zu legen getraut habe, und daß dieſer Knabe J. Steerforth ſei. Steerforth ſelbſt beſtätigte dies, als es vorgebracht wurde, und ſagte, es ſollte ihm


