Teil eines Werkes 
1. Theil (1849)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

154 David Kopperfield.

Wie gut erinnere ich mich daran, wie wir dort ſaßen

und uns flüſternd unterhielten, oder vielmehr, richtiger

zu ſprechen, wie ſie ſich unterhielten und ich ehrfurchtsvoll ihren Worten lauſchte. Das Mondlicht fiel ein kleines Stück durch das Fenſter in den Saal und malte ein grau⸗ ſchattiges Fenſter auf die Diele. Der größere Theil von uns ſaß im Schatten, ausgenommen, wenn Steerforth, ſo oft er nach etwas auf unſerer Tafel ſehen wollte, ein Schwefelhölzchen in's Phosphorusfläſchchen tippte und einen blauen Schein über uns verbreitete, welcher augen⸗ blicklich wieder verſchwand. Ein gewiſſes unheimliches Gefühl, eine Folge der Finſterniß, der Heimlichkeit unſeres Gelages und des flüſternden Tones, in welchem Alles ge⸗ ſprochen wurde, überkommt mich aufs Neue, wenn ich daran denke, und ich lauſche auf Alles, was ſie mir er⸗ zählen, mit einem halb feierlichen, halb furchtſamen Ge⸗ fühle, bei welchem ich froh bin, daß ſie Alle ſo nahe ſind, und mich(obwohl ich mich ſtelle, als lachte ich) abängſtige, wenn Traddles thut, als ob er einen Geiſt in der Ecke ſähe..

Ich hörte allerhand Dinge über die Schule und alle Perſönlichkeiten, die zu ihr gehörten. Ich erfuhr, daß Mr. Creakle nicht ohne Grund Anſpruch auf den Namen eines Tartaren gemacht; daß er der ſtrengſte und härteſte aller Schulmeiſter; daß er ſein Lebelang rechts und links um ſich geſchlagen und unter die Jungen drein hinein gefahren, wie ein Dragoner, und ſie unbarmherzig zu⸗ ſammengefuchtelt habe. Daß er ferner für ſeine Perſon nichts verſtände, als die Fuchtelkunſt, indem er(dies ſagte Steerforth) dümmer wäre, als der unterſte Knabe in der Schule; daß er vor einer hübſchen Reihe Jahren ein unbe⸗ deutender Tanzmeiſter im Marktflecken geweſen und das