142 David Kopperfield.
Eben ſo war's mit den Plätzen an den Tiſchen und Bänken. Ebenſo mit den Fugen der verlaſſenen Bett⸗ ſtellen, ſo oft ich in meiner Weiſe, und, wenn ich drin war, in meinem Bette, nach ihnen hinlauſchte. Ich erin⸗ nere mich, alle Nächte geträumt zu haben, mit meiner Mutter wie dereinſt zuſammen zu ſein, oder bei Mr. Peg⸗ gotty einen Beſuch zu machen, oder auf dem Verdecke einer Kutſche über Land zu fahren, oder wieder mit meinem unglücklichen Freunde, dem Kellner, zu ſpeiſen, und bei all dieſen Gelegenheiten die Leute ſchreien gehört und mich anſtarren geſehen zu haben, wenn ſie die Entdeckung machten, daß ich nichts als mein bloßes Nachthemde und jenen Zettel auf dem Leibe trug.
In der Einförmigkeit meines Lebens und in meiner fortwährenden Angſt vor der Wiedereröffnung der Schule litt ich unerträglich. Alle Tage hatte ich lange Uebungs⸗ ſtunden bei Mr. Mell; aber ich lernte meine Aufgaben— war doch kein Mr. und keine Miß Murdſtone zugegen— und kam, ohne in Ungnade zu fallen, durch. Vor und nach denſelben ging ich— beaufſichtigt durch den Mann mit dem Stelzfuße, ſpazieren. Wie lebhaft erinnere ich mich des Nebels um das Haus, der grasumſproßten zer⸗ ſprungenen Trottoirs im Hofe, des alten zerlöcherten Waſſer⸗ ſtänders und der entfärbten Stümpfe einiger von den dü⸗ ſtern Bäumen, deren Zweige im Regen mehr getropft und in der Sonne weniger gewedelt zu haben ſchienen als an⸗ dre Bäume. Um ein Uhr aßen wir, Mr. Mell und ich, an dem obern Ende eines langen leeren, mit tannenen Tiſchen beſetzten und von Fette duftenden Speiſezimmers. Dann hatten wir noch einige Stunden bis zum Thee, welchen Mr. Mell aus einer blauen Taſſe und ich aus einem zinnernen Becher trank. Den ganzen Tag über und bis


