Teil eines Werkes 
1. Theil (1849)
Entstehung
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David Kopperfield. 141

allen dort befindlichen Zimmern zu überſehen; und ich wußte, daß das Geſinde meinen Zettel las, daß der Fleiſcher ihn las, daß der Bäcker ihn las; mit Einem Worte, daß Jedermann, welcher an einem Morgen, wo ich dort ſpazieren gehen ſollte, von hinten oder von vorn nach dem Hauſe kam, las, wie man ſich vor mir in Acht zu nehmen habe, da ich biſſe. Ich erinnere mich, daß ich mich nachgerade vor mir ſelbſt zu fürchten begann, als vor einer Art wildem Kinde, welches biſſe.

Bei dieſem Spielplatze war eine alte Thür, in welche die Knaben ihre Namen zu ſchneiden pflegten. Sie war über und über mit ſolchen Inſchriften bedeckt. In meiner Furcht, daß nun die Ferien bald zu Ende ſein und die Knaben zurückkehren würden, konnte ich keines Knaben Namen leſen, ohne mich zu fragen, in welchem Tone und mit welcher Salbung er leſen würde:Nimm Dich in Acht vor ihm. Er beißt. Da war zunächſt ein Knabe ein gewiſſer J. Steerforth welcher ſeinen Namen ſehr tief und ſehr oft eingeſchnitten hatte, und welcher, meiner Vorſtellung zufolge, es mit lauter Stimme leſen und dann mich bei den Haaren raufen würde. Da war ferner ein andrer Knabe, Tommy Traddles, welcher, wie ich fürchtete, einen Spaß daraus machen und ſich ſtellen würde, als ob er ſich entſetzlich vor meinem Gebiß fürchte. Da war ein Oritter, welcher, wie ich mir einbildete, mei⸗ nen Zettel abſingen würde. Ich armes zitterndes Geſchöpf blickte ſo lange auf dieſe Thür, bis die Beſitzer von allen den Namen es waren, wie Mr. Mell ſagte. damals fünf und vierzig in der Schule mich unter allgemeiner Beiſtimmung zum Henker gehen zu heißen und, jeder in ſeiner Art, zu ſchreien ſchienen:Nimm Dich in Acht vor ihm. Er beißt!