David Kopperfield. 133
das Haus jener armen Perſon kamen. Dieſes gehörte zu einer Reihe von Freiwohnungen für arme Leute, die ſich mir als ſolche durch ihr Ausſehen, ſowie durch eine Aufſchrift auf einem Steine über der Thür ankündigten, welche beſagte, daß ſie für fünf und zwanzig arme Weiber eingerichtet wären.
Der Lehrer von Salem Houſe drückte auf die Klinke einer von mehren kleinen ſchwarzen Thüren, welche ſich alleſammt glichen und jede ein kleines, erblindetes, in allen Farben des Regenbogens ſchillerndes Fenſter an der einen Seite und ein zweites kleines, blindes, in allen Farben des Regenbogens ſchillerndes Fenſter oben hatten; wir gingen in das Haus einer dieſer armen alten Weiber und trafen die Bewohnerin, wie ſie das Feuer anfachte, um eine kleine Bratpfanne ſieden zu machen. Als ſie den Lehrer eintreten ſah, ließ ſie den Blaſebalg in den Schoos fallen und ſagte etwas, was mir wie:„Mein Karlchen!“ klang; als ſie aber auch mich herein kommen ſah, ſtand ſie auf und machte, ſich die Hände reibend, eine miß⸗ glückende Art von halbem Knir.
„Wollten Sie wohl ſo gut ſein und dieſem jungen Herrn ſein Frühſtück kochen, wenn's Ihnen möglich iſt?“ fragte der Lehrer von Salem Houſe.
„Ob ich kann?“ ſagte die alte Frau.„Freilich kann ich!“
„Was macht Mrs. Fibbitſon heute?“ erkundigte ſich der Schulmeiſter, indem er auf eine andre alte Frau blickte, wel⸗ che in einem großen Stuhle am Feuer ſaß und ſolch ein Haufe Kleider war, daß ich bis dieſe Stunde Gott danke, mich damals nicht aus Mißverſtändniß auf ſie geſetzt zu haben.
„Ach ſie iſt kränklich,“ ſagte die zuerſt erwähnte alte Frau.„ S iſt einer ihrer böſen Tage. Wenn das Feuer


