David Kopperfield. 13
beſchränkte ſich darauf, von ihrem Stuhle aufzuſtehen, und ſetzte ſich bald darauf ſehr demüthig und erſchöpft wieder. Als ſie wieder zu ſich kam, oder als Miß Betſey⸗ ſte wieder zu ſich gebracht hatte, fand ſie die Letztere am Fenſter ſtehen. Die Dämmerung hatte ſich während dieſer Zeit bis zur Dunkelheit abgeſchattet. Sie ſahen ſich ein⸗ ander nur noch als düſter verſchwimmende Geſtalten, und ſie hätten ſich gar nicht geſehen, wenn nicht das Feuer die Stube einigermaßen erleuchtet hätte.
„Hm,“ ſagte Miß Betſey, indem ſie zu ihrem Stuhle zurückkam, als wenn ſie nur einen zufälligen Blick hinaus gethan hätte,„und wenn erwarten Sie— 2“
„Ich bin ganz Zittern und Zagen,“ ſtammelte meine Mutter,„ich weiß nicht, wie's ſteht. Ich werde ſterben, ſicherlich.“
„Nein, nein, nein!“ ſagte Miß Betſey.„Trinken Sie einen Tropfen Thee!“
„Ach mein Gott, mein Gott! Denken Sie, daß dies mir vielleicht gut thun wird?“ ſchrie meine Mutter in elendiglichem Tone.
„Freilich wird es,“ ſagte Miß Betſey.„EGs i*ſt nichts als Einbildung. Wie nennen Sie Ihr Mädchen?“
„Ich weiß ja nicht, ob es ein Mädchen ſein wird, Madame,“ ſagte meine Mutter in ihrer Unſchuld.
„Gott ſegne den Verſtand dieſes Winkelkindes!“ rief Miß Betſey, indem ſie ohne Wiſſen und Willen den zweiten Wunſch auf dem Nadelkiſſen oben im Kaſten an⸗ zog, nur mit dem Unterſchiede, daß ſie unter dem„Wickel⸗ kinde“ meine Mutter, das Nadelkiſſen aber mich verſtand. „Das meinte ich nicht, ich meine Ihr Dienſtmädchen!“
„Peggotty,“ ſagte meine Mutter.
„Peggotty!“ wiederholte Miß Betſey mit Entrüſtung,
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