Teil eines Werkes 
1. Theil (1849)
Entstehung
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David Kopperfield. 9*

ſchiedenheit in den Geſichtszügen, wie ſie niemand Anderem angehören konnten. 4

Als ſie das Haus erreicht, gab ſie einen andern Be⸗ weis, daß ſie es wirklich ſei. Mein Vater hatte oft ver⸗ lauten laſſen, daß ſie ſich ſelten wie andere rechtſchaffene Chriſten benehme; und jetzt, anſtatt zu klingeln, kam ſie an das eben genannte Fenſter und guckte herein, indem ſte ihre Naſenſpitze in der Weiſe an's Glas drückte, daß meine arme kleine Mutter zu ſagen pflegte, ſie ſei im Augenblicke platt und weiß geworden.

Sie verurſachte meiner Mutter einen ſolchen Schreck, daß ich mein Lebtage die Ueberzeugung gehabt habe, es Miß Betſey zu verdanken, daß ich an einem Freitage geboren wurde.

Meine Mutter hatte in ihrer Aufregung ihren Stuhl verlaſſen und ſich hinter denſelben in den Winkel geſtellt. Miß Betſey ſah ſich bedächtig und forſchend im Zimmer um. Sie begann an der einen Seite und wälzte ihre Augäpfel gleich einem Saracenenkopfe in einem holländi⸗ ſchen Glockenſpiele langſam nach der Gegend hin, wo ſich meine Mutter befand. Dann machte ſie eine geringſchätzige Geberde gegen meine Mutter, wie Jemand, der gewohnt iſt, Gehorſam zu finden. Dieſe Geberde ſollte den Befehl ausdrücken, ſie ſolle kommeu und die Thür öffnen. Meine Mutter ging.

Mrs. David Kopperfield, dächt' ich? ſagte. Miß Betſey, indem ſich die ſtarke Betonung des dächt ich auf die Trauerkleider und den Zuſtand meiner Mutter bezog.

Ja, ſagte meine Mutter mit ſchwacher Stimme.

Miß Trotwood, ſagte der Beſuch.Sie werden, wie ich mir zu bemerken erlaube, von ihr gehört haben.