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Gotthard küßte ihr pflichtſchuldigſt die Hand und ſagte ein paar Worte, in welchen nicht viel Sinn und Zu⸗ ſammenhang lag, denn ſeine Augen hafteten auf Hortenſe, welche ebenfalls aufgeſtanden war und, von Kopf bis zu Fuß zitternd, ſich alle Mühe gab, ihn ruhig zu empfangen. Ein paar Augenblicke betrachtete er die holde, wirklich edle, verſchönerte Geſtalt. Die brennenende Röthe auf ihren Wangen und ihre offenbare Bewegung verrieth ihm, was er wiſſen wollte.„Theure Hortenſe!“ ſagte er und bekämpfte mit Gewalt ſeine Gefühle; denn er ſollte jetzt den Lohn für vier Jahre der Entſagung ärndten.„Ihr Anblick erinnert mich, wie unſere Schickſale auf mannich⸗ fache Weiſe gewechſelt haben— doch ſprechen wir davon jetzt nicht. Wir kennen ja unſern gegenſeitigen Standpunkt.“
Hortenſe fühlte ſich ſehr erleichtert, daß der erſte, ſchwere Augenblick überſtanden war und wagte aufzuſehen; aber ihr Blick ſtrafte ſich ſelbſt; ſie bekam noch heftigeres Herzklopfen, als vorher.
„Die kommen heute Abend nicht mehr zu ſich; aber es wird ſich ſchon machen,“ dachte der Amtmann und umarmte in der Freude ſeines Herzens Alles, was ihm begegnete, ſogar Lidnern. 82
Dieſer wurde nach dem Eſſen zu dem Bürgermeiſter auf ſein Zimmer berufen, woö Beide die halbe Nacht auf blieben und plauderten, was indeſſen auf keine Weiſe unſern Reiſenden einſchläferte, denn dieſer hörte, halb liegend, mit aufgeſtütztem Ellbogen, in geſpannteſter Aufmerkſamkeit guf alle die hundert kleinen Umſtände, on Hortenſe zu erzählen wußte und die
Achlicum den Einen Pankt drehen, um die wung, ja ſwißheit, daß in dem vergangenen Jahre Froßer Theil per früheren Gefühle für den vorigen erlobten wieder etacht ſeyen, wie Lidner ſich ausdrückte. Am andern ag ging es ein wenig beſſer; man konnte miteinander teden und einander anſehen. Am
dritten gab es kleine Spaziergänge, wobei natürlich die ſus Tage zur Stache kommen mußten, und am


