Teil eines Werkes 
4.-letzter Theil (1844)
Entstehung
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Allein Klinting wollte den theuren Ort, wo ſie ruhte, nicht verlaſſen; er wollte ſeine wenigen noch übrigen Tage hier beſchließen und dann neben feiner Hedda ruhen. Er dankte ſeinem Gaſte auf das wärmſte für ſein edles Anerbieten und tief ergreifend war für Beide die Ab⸗ ſchiedsſtunde. Kaum ein halbes Jahr ſpäter, ward der Wunſch des Alten erfüllt.

Außer etlichen kleinen Legaten für arme Wittwen und Waiſen wurde ſein Vermögen, in Folge ſeines letzten Willens, in zwei Theile getheilt und dieſe ſielen Hermann und Gotthard zu, als ein Andenken an die Freundſchaft, welche er für ſie gefaßt hatte.

Bald nach Neujahr 1834 wurde der Vicediſtrikts⸗ richter Bundler durch einſtimmige Wahl Bürgermeiſter der Stadt M.... Dankbar für das Zutrauen ſeiner Mitbürger übernahm er mit Eifer und Kraft die neuen Pflichten und ſeine unverdroſſene Bemühungen zum Beſten der Stadt, die vielen nützlichen Anſtalten, welche er ver⸗ mittelſt ſeines warmen Gefühls und der kraftvollen Le⸗ bendigkeit ſeiner Rednergabe zu gründen verſtand, gaben den Beweis, daß er der Mann zu einem ſo wichtigen Amte war.

Wenn die Bruder den Tag in abwechſelnder emfiger Arbeit, der Eine mit Rechtſprechen, der Andre mit Troſt und Hülfe am Krankenbette, zugebracht hatten, kamen ſie am Abende entweder bei Hermann oder in dem gemein⸗ ſchaftlichen Vaterhauſe zuſammen. Dieß war die Zeit des Genuſſes, der herzlichen Familienfeſte, zuweilen uoch durch auswärtige, vertraute Freunde vermehrt und belebt.

Frühling und Sommer vergingen; der letzte brachte die Cholera. Da gab es nach allen Seiten hin zu thun; die Stadt M... kam übrigens leicht dabei weg. Die Einwohner litten am meiſten durch die beſtändigen Todes⸗ botſchaften von auswärts her.

„Abermals eine Trauerpoſt! Herr Gott, wem wird dieß wohl gelten 2“ ſagte Doktor Bundler eines Tags, durchräucherte einen ſchwarz geſiegelten Brief und bemühte ſich, die Handſchrift zu erkennen.