Teil eines Werkes 
4.-letzter Theil (1844)
Entstehung
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Aſche eine Thräne der Liebe und der Trauer weihen. Auch wollte er hören, wie es dem alten verlaſſenen Manne gehe; ihre Herzen verſtanden ſich am Beſten.

Ein bittres Gefühl der Wehmuth zog ſeine Bruſt zuſammen, als er zum dritten Male in den Weg einbog, der ihn zu dem Thal führte, wo ſie, das geliebte, ver⸗ ehrte, tief betrauerte Weib lebte und ſtarb. Als er auf den Hof kam, war es ſchon dämmerig.

Er trat in den Saal. Schwach glimmte das Feuer im Kamine; es war am Auslöſchen. Bei dem hin und herflackernden Schimmer wurde er den alten Klinting gewahr; dieſer ſaß in einem großen Lehnſtuhl. Er war allein, ſchwere, langgezogene Seufzer hoben zuweilen ſeine Bruſt, ſein Kopf war tief herabgeſunken auf die magere, runzelvolle, zitternde Hand..

„Guten Abend, Vater Klinting!“ tönte eine von Rührung halberſtickte Stimme. Der Greis wandte ſich um.

„Ach, ſind Sie es, Herr Bundler? Haben Sie Dank, herzlichen Dank, daß Sie mich noch einmal beſuchen! Sie ſehen, hier ſitze ich, einſam und verlaſſen. Dort liegt die Guitarre in der Sophaecke, gerade wie ſie dieſelbe hinzulegen pflegte. Hier ſteht ihr Arbeitstiſchchen, da liegen ihre Bücher.— Es iſt mir ein trauriger Genuß, aber doch immer ein Genuß, Alles ſo zu ſehen, als ob ſie jeden Augenblick kommen könnte.“

Von Rührung übermannt, drückte ihm Gotthard die Hand, ihre Thränen und ihr Schmerz waren dieſelben.

Vierzehn Tage blieb Gotthard bei dem alten Klin⸗ ting; oft war er in dieſer Zeit zu Hedda's Grab ge⸗ wallfahrtet und hatte den traurigen Troſt genoſſen, ſeine heißen Lippen auf das kalte Kreuz zu druͤcken, welches ihren Grabhügel bezeichnete. Als die Zeit der Abreiſe

reis zu veranlaſſen, Skogeburg zu verkaufen und zu ihen nach M.. zu ziehen;„ſie beduͤrften ja Beide der Geſellſchaft und könnten einander am beſten tröſten,“ meinte Gotthard. Die Milchbrüver. I. 16