„Sie kommen!“ ſagte Hermann und erbleichte.„Hört Ihr den dumpfen Ton der erſten Ruderſchläge?“
Niemals hatten die Sterne und der Mond einer Herbſtnacht heller geſtrahlt; jeder Gegenſtand war be⸗ leuchtet. Die Schaluppe kam näher, eine kleine, ſchwarze Flagge bewegte ſich im Winde hin und her. Es war der Gruß des Todes an das Leben. Der Ruderſchlag verſtummte, man legte an der Brücke an und langſam hob ſich, auf Gotthards Befehl, ein Sarg empor, wel⸗ cher den letzten Sprößling eines uralten Geſchlechtes, den enao Sſtanigen, ungluͤcklichen Baron Karl Silberſparre enthielt.
Obwohl noch jung, doch ſchon eines Lebens müde, welches ihm nicht viel mehr als Schmerzen und Kämpfe bot, hatte er ſein Haupt zur langen Ruhe gebeugt, in dem Augenblicke, wo er ſein Paterland, das Ziel ſeiner innigen Sehnſucht, wieder ſehen ſollte.
Er ſollte die Seligkeit der Erfüllung dieſes ſeines letzten Wunſches nicht ſchmecken; aber auch jetzt, wie im⸗ mer, ergeben, ſüützte ſich ſeine Hoffnung auf einen beſſern Grund als die Erde, auf ein ſchöneres, unvergängliches Wiederſehen. Mit Zuverſicht und feſtem Vertrauen hob er ſeinen Blick zu dem hohen Raume empor, vor wel⸗ chem ſein Geiſt, nach Erlöſung ſchmachtend, ſchon längſt ſchwärmte, und das Haupt an Gotthards treue Bruſt gelehnt, flüſterte er einen Gruß an Hulda, und ſeine Seele entſloh ſo leicht ihrer irdiſchen Feſſel, daß kaum ein Zucken die edlen Züge entſtellte.
Der Baron hatte verlangt, daß ſeine Aſche in dem Lande ſeiner Väter ruhen ſolle. Dieſer Wunſch war Gott⸗ hard heilig; mit den irdiſchen Ueberreſten des theuern Freundes ſchiffte er ſich auf einem Fahrzeuge ein, welches nach ſeiner Vaterſtadt unter Segel ging.
Und nun, in der dunklen Nacht, um jeden Auflauf und die Späherblicke unwillkommener Neugierde zu ver⸗ meiden, hatten die gemeinſchaftlichen Freunde beſchloſſen, dem edlen Dahingeſchiedenen den letzten Dienſt zu er⸗
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