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Faſt ohnmächtig ſank Karoline dem herzueilenden Sohne in die Arme.
Die Ueberraſchung war ſo groß, daß Niemand ſeinen Gefühlen Worte zu verleihen vermochte; viellelcht lag auch Etwas in Gotthards Ausſehen, welches die Augen ſowie die Zungen bannte. Die drei Jahre hatten ihn unglaublich verändert. Von den feinen, friſchen, lächeln⸗ den Zügen, welche dem jungen Notarius„einem vollſtän⸗ digen Damenhelden, ſo wohl ſtanden, war ebenſo wenig mehr übrig, als von dem verzweifelten, halb wahnſin⸗ nigen, verſchmähten Liebhaber, welcher in dem aufgereg⸗ teſten Zuſtande den vaterländiſchen Boden verlaſſen hatte. Von all' Dieſem ſagte ſein Geſicht nichts mehr; es ſtrahlte jetzt von der Freude des Wiederſehens und ſchien von einem Seligkeitsgefühle übergoſſen, deſſen Waͤrme von dem Herzen auf die von der Reiſe und der Sonnen⸗ hitze dunkel gefärbten Wangen emporſtieg. Gotthard war zum Manne gereift. Herz und Seele, ſein ganzes Weſen deigte, daß ſeine Jünglingsjahre mit all' ihrem reichen
Unhange von Freude und Schmerz, Leichtſinn und Thor⸗ heiten mancherlei Art hinter ihm lagen. Aber er hatte dieſe Schule der Erfahrung nicht durchgemacht„ohne die Erinnerung daraus mitzunehmen, deren Bitterkeit einen Schatten von Ernſt, oder beſſer, Schwermuth, über ſein ganzes Weſen warf, ſo daß gleichſam ein nie zu lüften⸗ der Schleier auf der muntern Lebhaftigkeit ſeines Ge⸗ müthes lag. Uebrigens ſprach ſein Benehmen etwas ſo Edles, Männliches und eine ſolche Freundlichkeit aus, daß alle, ohne Ausnahme, der Anſicht waren, daß wenig⸗ ſteus ſein aͤußerer Menſch unendlich viel durch die Reiſe in das Ausland gewonnen habe.
Bald ließ der Zauber der Ueberraſchung nach und herzliche Worte, Fragen und Antworten folgten einander um die Wette.—„Wo iſt Karl? wo iſt Karl?“ hörte man beſtändig, aber ſtets noch ohne Antwort, bis endlich Hermann den Hut nahm und ausrief:„Ich habe auch ein Recht auf meinen braven Silberſpgreene Er iſt wohl
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