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liches und Einnehmendes in ihrem ganzen Weſen und weiß ihr nicht ganz glückliches Loos mit einer Ergebenheit zu tragen, welche hohe Achtung verdient. Ich habe ſie in Stunden des Schmerzes geſehen, wo kein Schleier das Innere des ungekünſtelten Weſens bedeckte, noch bedecken konnte, und da ward es mir klar, mit wie inniger und treuer Liebe ſie leider noch an Gotthard hängt. Du hät⸗ teſt nur ſehen ſollen, mit welch liebenswürdiger Schaam⸗ haftigkeit ſie vor mir, ſeinem Freunde, alle dieſe verrä⸗ theriſchen Zeichen zu verbergen trachtete, ſobald ihre zarte Weiblichkeit die Oberhand über ihre Gefühle gewann. Und als nun nach Ablauf der beſtimmten Zeit, das Ge⸗ raſſel von ihres Mannes Wagen im Hofe laut wurde, da hätte ich gewünſcht, Du wäreſt Zeuge geweſen, wie ſie, gleichſam unbewußt, die Hand auf die Bruft legte, um alle Schmerzen in deſſen Tiefe zurück zu drücken, damit Niemand ſehen oder errathen könne, was ſie in dieſen Tagen der Aufregung gelittten habe. Dann breitete ſie mit einem ganz eigenen Blick den weißen Schleier über Hedda, welche nun ruhig und lieblich ſchlummerte, während in Hortenſe's Buſen die unruhigen Wogen des Lebensſturmes hoch anſchwollen und, jeden Damm durch⸗ brechend, bis zu dem bangen Herzen drangen. Das arme Kind ging ſeinem Manne entgegen, und nie war ich einem Menſchen mehr gram, als dem zuckerſüßen Kammerjunker mit ſeinem grünen Flor, ſeinen unzähligen kleinlichen Bedürfniſſen und ſeiner lispelnden Weiberſtimme. Wie Den Hortenſe nehmen konnte, geht über meinen Verſtand; aber die Amtmännin wußte die Karten fein zu miſchen. Sie muß das Pantoffelregiment gehörig zu führen wiſſen und zwar faſt mit ebenſo viel Nutzen, wie meine lieb⸗ wertheſte Frau Stiefmama in vorigen Tagen gethanu.“ „Arme Hortenſe!“ ſeufzte Hulda.„Sie hatte Nichts mehr von ihrem frühern Glück zu hoffen und wurde am Ende bei dem ewigen Gekeife der Mutter ſo gleichgiltig und verdroſſen, daß ſie ich leiten ließ, wie ein geduldiges Kind. Mit dem Amtmanne, der ein trefflicher, biederer


