Teil eines Werkes 
4.-letzter Theil (1844)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

232

Barons Geſundheit nicht länger zu zögern wagen; er iſt ſehr weit herunter.“

„Ach Gott, wenn nur dem armen Karl nicht unter⸗ wegs Etwas zuſtößt!“ ſeufzte Hulda.„Hätten wir ihn nur erſt hier, um ihn pflegen zu können. Das erſte, was ihn erwartet, iſt leider eine Trauerpoſt.“

„Was willſt Du damit ſagen, liebe Hulda?2

„Seine Schweſter Ebba, welche in der Verſorgungs⸗ anſtalt war und dann zu einem alten Verwandten müt⸗ terlicher Seite kam, iſt geſtorben.“

„Ihr iſt wohl; Karl wird dieſen Verluſt mit ſeiner gewohnten Kraft zu tragen wiſſen.“

„Aber, was ſagſt Du zu unſerm armen Gotthard, wenn der wlederkommt und ſeine eine Geliebte todt, die andre verheirathet findet? Das iſt wohl ein harter Schlag.“

„Ja, das weiß Gott! Er muß ſeine Jugendſünden ſchwer büßen. Was Hedda, die ſchöne, herrliche Seele betrifft, da war es wohl das Beſte, daß ſie ſtarb. Es iſt ihr nicht beſtimmt geweſen, daß ihr Glück hier blühen, viel weniger Früchte tragen ſollte. Sie war ein hochſin⸗ niges Weib, und daß Gotthard ihren Verluſt männlich trägt, weiß ich aus ſeinem Briefe. Sie waren ſo innig verſöhnt,— das iſt ein großer Troſt für ihn.— Friede ſey mit ihrer Aſche!“

„Du liebteſt die gute, edelmüthige Hedda wie ein leiblicher Bruder,“ bemerkte Hulda.„Uebrigens glaube ich, ſeit Du Hortenſe kennen lernteſt, warſt Du der An⸗ ſicht, daß ſie für Gotthard beſſer paſſe.“

„Ja, Hulda, das glaube ich auch. Mit der Erſten war es eine ſehr zarte, kitzeliche Sache und die Verhält⸗ niſſe waren von der Art, daß eine abermalige Verbindung mit ihr, manche alte Wunde aufgeriſſen und vielleicht wohl auch neue geſchlagen hätte. Mit Hortenſe würde er aber in jeder Beziehung beſſer geweſen ſeyn; ſie wäre gerade die rechte Frau für Gutthard geweſen. Sie iſt ein liebenswüͤrdiges, anmuthiges Weib, hat ſo viel Lieb⸗

V