Teil eines Werkes 
4.-letzter Theil (1844)
Entstehung
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Thu' das, Hortenſe! Hermann, ſchicke ſie ihm! Zieht die Vorhänge auf, damit es heller wird.“

Hermann that nach ihrem Willen; allein Hedda klagte immer noch, daß es ſo dunkel ſey. Sie wollte die Locke ſehen, welche Hortenſe ihr abgeſchnitten hatte und mit zitternder Hand hin hielt.

„Sieh, Hedda, wie ſchön ſie iſt,“ ſagte Hortenſe tief ergriffen,„glänzend ſchwarz und wie Seide! Was er ſich freuen wird.“

Hedda uahm ſie in die Hand.„Ich ſehe ſie nicht,“ erwiederte ſie kaum hörbar und berührte die Locke mit den Lippen.„Aber— mit meinem letzten Kuſſe bring ſie ihm.— Und nun, habt Dank, Hermann!— Hortenſe! Es iſt mir eine große, eine unausſprechliche Seligkeit, daß Ihr bei mir ſeyd. Hermann verlaß meinen alten Oheim nicht zu ſchnell!“— Sie ſchwieg einige Augen⸗ blicke; dann öffnete ſie abermals ihre Lippen und ver⸗ nehmlich, obwohl leiſe, und mit wunderbar holdem Tone, ſprach ſie einen Vers, den ſie ſchon oft wiederholt hatte:

Führ' mich aus der Welt Getümmel

In die Stille ſanft zurück!

Zeig im Leiden mir den Himmel Im Verluſt der Zukunft Glück;

Heb' mich von dem Grabeshügel

Auf der Andacht hohem Flügel

In die ewig heitern Höhn,

Wo die Siegespalmen wehn.

Auf den Knieen lagen Hermann und Hortenſe zu den Füßen des Bettes und lauſchten lange bis der letzte Ton verklungen war. Da ging ein leiſer Laut durch das Zimmer; es klang wie Geiſtergelispel.— Hedda's treues Herz hatte ausgeſchlagen.

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