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matter werdender Stimme ſagte ſie:„Gott beſtärke Dich in dieſem Entſchluß! Sey geduldig und ſtandhaft, wir tragen die Belohnung in uns. Du wirſt dieß ſpäter ſelbſt finden, Hortenſe; nur Eins will ich Dir an das Herz legen: halte Dich nie für ſtark, im Falle Dich ein⸗ mal, viellelcht unter ſpätern Verhältniſſen, das Geſchick mit dem Manne Deiner Liebe zuſammenführen ſollte. Vermeide es lieber, um Deines eigenen, um ſeines und Deines Gatten Frieden willen.— Sieh, Hortenſe, ſelbſt ich, die ich geläutert durch das Fegfeuer irdiſcher Liebe gegangen bin, ſelbſt ich will meine Ruhe und die xreinere Erhebung der Seele nicht durch ein Wiederſehen ſtören, ſo ſchön und lieblich dieß auch wäre. Ein Wort von mir hätte ihn zuruͤckrufen können, aber ich wollte es nicht ausſprechen; nur neuer Streit und neue Qual wären die Folge davon geweſen, und nicht eher, als bis der Raſen auf meinem Grabhügel grünt, darf Gotthard wieder hie⸗ her kommen. Er iſt jetzt weit, weit weg, aber mein gei⸗ ſtiges Auge ſolgt ihm von hier und von droben, mein heißeſtes Gebet, mein letzter Gedanke gehören ihm.“
Jetzt trat der alte Klinting in das Zimmer und nahte ſich mit leiſem Tritte Heddas Lager. Aus den langen, grauen Augenwimpern fielen ein paar Thränen auf die Wangen der geliebten Tochter, als er, über ſie hingebeugt, das gewöhnliche:„Wie geht es Dir, mein Kind?“ lispelte.
„Dank, lieber, guter Oheim!“ antwortete ſie leiſe, „es iſt mir lange nicht ſo wohl geweſen, wie heute. Die Schmerzen ſind faſt ganz verſchwunden, nur fühle ich mich etwas matt. Ich habe mich aber auch mehr als gewöhnlich angeſtrengt.“
„Das ſollteſt Du nicht thun, mein Kind,“ ſagte der Greis im Ton der zaͤrtlichſten Bitte.
„Ach, Oheim, nun thut das Nichts mehr,“ lächelte ſte und ſtreichelte leicht ſeine runzeliche Hand, welche auf ihrer Decke lag.„Die Schmerzen ſind vorbei; bald, bald iſt es aus; es wird ſo lieblich und ſtille, wie die


