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ligkeit, eine Hoffnung in meine Bruſt eingezogen, welche ich nicht gegen das höchſte irdiſche Glück vertauſchen
möchte. Indeſſen iſt mir auch dieß letztere in dem ver⸗
floſſenen Jahre in ſo reichem Maße zu Theil geworden, daß mir kein fernerer Wunſch übrig bleibt. Vor länger als einem Jahre ſchrieb ich an Doktor Dahl, Gotthards Milchbruder. Ich wollte ihn wegen meiner Geſundheit um Rath fragen und zugleich,— warum ſollte ich es läugnen?— Erkundigungen über den Mann einziehen, welcher mir unvergeßlich iſt. Die Antwort war der ſchönſte Beweis ſeines edlen Herzens, ſeiner unwandel⸗ baren Freundſchaft: er kam ſelbſt. O welches Feſt! Dort auf dem Sopha, wo jetzt meine Guitarre ſtumm liegt, dort ſaß er. O wenn Du ihn geſehen hätteſt, Hor⸗ tenſe, wenn Du die ſchönen kraftvollen Worte des Tro⸗ ſtes und der Theilnahme gehört hätteſt, welche ſeinen Lippen entſtrömten! So wie Hermann gibt es wenige Männer; wie glücklich muß ſie ſein, dieſe Hulda, welche er ſo unausſprechlich liebt, und von welcher er mit einer Empfindung, in einer Sprache ſpricht, welche man ſonſt von dem ernſten, von aller Schwärmerei freien Manne gar nicht zu hören gewohne iſt. Ganze Stunden lang beſchrieb er mir ſein ſtilles häusliches Glück; ſeine Gattin zuerſt und zuletzt, ſeinen lieben Schwiegervater und die zärtliche Pflegemutter, mit einem kleinen Engel auf den Knieen, deſſen Ankunft ein paar Monate vorher die Se⸗ ligkeit erhöht hatte.“ Sie hielt erſchöpft inne.
„Aber,“ nahm ſie nach einer ſehr langen Pauſe wieder das Wort,„dann ſprach er auch von mir, von Gotthard— von Gotthard, welcher jetzt, von ſeinem Leichtſinn zurückgekommen, deſſen Folgen ihm früher ſo
manchen bittern Schmerz bereiteten, der ein Mann ge⸗
worden iſt und mit Kraft und Entſchloſſenheit kämpft, um die Selbſtſtändigkeit und Feſtigkeit des Willens im Thun und Laſſen zu gewinnen, welche ihm bisher fehl⸗ ten. Mit tiefer Reue blickte er auf ſeine früheren Ver⸗ irrungen zurück, auf ſein Unrecht gegen mich und—


