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Hoffnung war die Ahnung einer baldigen Wiederver⸗ einigung.
Im Lauf des letzten halben Jahrs hatte Hedda bei⸗ nahe das Bett nicht verlaſſen können und jede nieder⸗ gehende Sonne zog ihren Blick vertrauensvoller zu dem Wttrnſähurſer empor,— vor welchem ſie bald ſtehen ollte. Weiß wie eine Lilie, mit den kalten Thautropfen der Nacht beſprengt, lag ſie, als Hortenſe eintrat, auf einem Ruhebette, auf ein Polſter zurückgelehnt. Hortenſe ſchluchzte laut und beugte ſich, unfähig zu ſprechen, zu der bleichen Dulderin herab, auf deren Stirne ſich die Thränen der theilnehmenden Freundin mit den Thauperlen des Todes⸗ ſchweißes vereinigten.
„O Hedda, Hedda! Du gehſt von hinnen, ich ſehe es,“ flüſterte endlich Hortenſe;„und wenn Du tief unter dem grünenden Raſen gebettet biſt, daun hat er keine, gar keine Hoffnung mehr für dieſe Welt. Armer Gott⸗ hard!“ und doppelt floßen ihre Thränen.
„Ja, trauern ſoll er um mich,“ erwiederte Hedda leiſe, „aber nicht ſo heftig, nicht ſo leidenſchaftlich, wie in frü⸗ heren Tagen. Er iſt jetzt in einer neuen Schule geprüft, in der Schule des Kummers und der Entſagung. Er hat zu ertragen gelernt. Auf meinen Verluſt war er lange vorbereitet; aber er hatte noch einen andern zu überwin⸗ den.“— Hedda's Blick weilte mit ſchmerzlichem, aber zärtlichem Ausdrucke auf Hortenſe.
„O, der Schmerz war Nichts gegen den, welcher ihn jetzt erwartet,“ verſetzte Hortenſe und legte ihre glutbe⸗ deckten Wangen an Hedda's leichenblaſſes Geſicht.
„Und doch,— könnte ich nur ſterben, gleich Dir; wie viel ſeliger wäre dieß, als ſein ganzes Leben mit lächelndem Geſichte hinzuſchleppen, während das Herz vor Qual brechen will! Ach Hedda! wie ſchwer iſt oft das Loos der Frauen! Um ſich zuweilen eine eingebildete Ruhe zu ſchaffen, vertauſcht man ein kleineres Uebel gegen ein größeres und nun wird das ganze Leben ein


