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an den Staub ketteten. In ihrer Bruſt brannte jetzt nur noch die reine Flamme einer höhern Liebe. Sie hatte geliebt, gelitten, gekämpft und entſagt; müde ließ ſie jetzt ihr Haupt ſinken, um das ſtiefmütterliche Erden⸗ leben gegen jenes auszutauſchen, welches wir in der Ferne durch den Dunſtkreis der Ahnung ſchauen; dahin zog ſie ihr Verlangen, wo die Wiedervergeltung uns erwartet und überſchwänglicher Friede herrſchet in Ewigkeit. Jenes letzte Zuſammentreffen mit Gotthard hatte Hedda außerordentlich angegriffen. Sie mußte alle Selbſtbeherrſchung aufbieten, um in dem Streite zu ſiegen, in welchem Liebe und weibliche Schwäche, gleich mäch⸗ tigen Feinden gegen ihr wahrhaft feines Gefühl, gegen ihren verwundeten Stolz, gegen ihre Vernunft und feſte Ueberzeugung von Recht und Unrecht auftraten. Die letzte ging indeſſen als Siegerin vom Wahlplatze. Allein dieſer Augenblick, reich an unendlichem Schmerz durch eine auf ewig dahingegebene Hoffnung auf irdiſches Glück, brach ihr auch das Herz.
Der Moment der Trennung ſchwebte lange wie ein ſchwarzer Punkt über ihrem Leben; ſo wie er nach und nach lichter ward und ſich in einen ſchwach leuchtenden Schimmer auflöste, zog auch ein ſtechender Schmerz durch ihre Bruſt und zehrte ſo lange an dem wankenden Lebens⸗ faden, bis dieſer endlich, faſt aufgerieben, nur noch durch die mächtige Kraft des Geiſtes den Staub und die edleren Theile zuſammenhielt.
Geduldig, wie ſie ſtets geweſen, litt Hedda die körperlichen Qualen und bemühte ſich, durch die heilige Macht der Religion, im Vereine mit der Hoffnung und dem Vertrauen, welche in ihrer eignen, ſtarken Bruſt lebten, Troſt in das ſchwerbetrübte Herz ihres Oheims zu gießen. Allmählig, denn ihr Uebergang ging durch ein langſames, jahrelanges Dahinſchwinden vor ſich, hatte ſie auch die Zufriedenheit, zu ſehen, wie der Greis ge⸗ duldig die Hände faltete und ſich mit Ergebung in den Willen des Herrn fügte. Seine einzige, feſtbegründete


