Teil eines Werkes 
4.-letzter Theil (1844)
Entstehung
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er auf eine angelehnte Thüre und zog ſich langſam zurück, wie er gekommen war.

Auf den Zehen nahte Hortenſe dem ſtillen Heilig⸗ thume, wo ihre edle Nebenbuhlerin ſchlummerte. Sie ſah beſtändig die ſchlanke, hohe Geſtalt mit den bleichen ſchönen Zügen, dem geduldigen, anziehenden, fanften Ausdrucke vor ſich, wie ſie, die Beleidigte, ſich zu ihr herabbeugte und die freundlichen Troſtesworte zu ihr, der Erſtaunten, ſprach, welche nicht damals, ſondern erſt lange hinterher, erfuhr, wie viel Hedda litt, wie ſehr ſie der höchſten Achtung, Theilnahme und Liebe würdig war. In Hermanns Brief an den Amtmann, welchen jener nach Gotthards Abreiſe ſchrieb, waren dieſe Verhältniſſe auseinandergeſetzt, um den letzten Entſchluß ſeines Freundes nebſt ſeiner Veranlaſſung zur Reiſe dem alten, ſo hoch geachteten, väterlichen Freund gehörig anſchaulich zu machen.

Hortenſe blieb an der Thüre ein wenig ſtehen, um ſich zu ſammeln; ſte war ſo heſtig und mannichfach an⸗ gegriffen, daß ſte die Hände gewaltſam gegen das Herz preßte, um gleichſam deſſen heftigen Schlag zu hemmen. Endlich öffnete ſie langſam und trat über die Schwelle.

Ein leiſes, aber durchdringendes„Ach!“ entfuhr ihren Lippen. Mächtig ergriff ſie der Gedanke an den Tod, deſſen Sinnbilder überall im Zimmer umher ſtanden; den mächtigſten Eindruck auf ſie aber machte der Anblick des ſchon halb verklärten Weſens, das mit einem Lächeln zu ihr herſah, welches einem Friedensgruße des Himmels an die Erde glich.

Hedda, das edle, entſagende, hochgeſinnte Weib, welches ſo manchen bittern Streit im Leben durchkämpft hatte, ſie, deren Kinderjahre, Jugendzeit und reiferes Alter nur verblühende Roſen, umhullt von Diſteln und Dornen, getragen, deren Stacheln ihr tief in das Herz gegangen waren— ſie ſtand nun endlich am Ziele, an dem einzigen, nach welchem ihre Seele verlangte, ſeit ſie ſich von all' den Banden losgemacht hatte, welche ſie

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