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Charakter ihres Gatten, vorausgeſetzt, daß er einen hatte, konnte ſie freilich nicht umändern, und Sentimentalitäten, wie er es nannte, waren Etwas, was ſtets ſeine Lachluſt weckte, oder ſeine widerwärtigen und ärgerlichen Anmer⸗ kungen hervorrief; deßhalb wollte ſie in dieſem Falle ihn lieber los ſeyn.“
Der Kammerjunker fügte ſich gar nicht ungern in den Wink ſeiner Gattin. Der Wirth führte ihn alsbald in ein Gaſtzimmer, und nachdem er dort mit gutem Appetit ſeinen warmen Kaffee verzehrt hatte, legte er ſich auf's Ohr, um ſeinen Gedanken ordentliche und ver⸗ nünftige Audienz zu geben, was ihm am Beſten im Schlafe gelang.
Hortenſe war im Saal zurückgeblieben und horchte mit geſpannter Aufmerkſamkeit auf den Fußtritt des Alten. Sie legte leiſe ein unnöthiges Kleidungsſtück nach dem andern ab, Mantel, Hut, Unterhaube, Hand⸗ ſchuhe, Schirm u. ſ. w. Alles lag in einem Haufen auf dem Tiſche; ſie war fertig und wartete unter heftigem Herzklopfen auf die Einladung zu der Kranken. Klinting war zu ihr gegangen, um ſie auf Hortenſes Beſuch vor⸗ zubereiten. Nach einer peinlichen Viertelſtunde kam der Greis mit dem Ausdrucke ſtiller Freude anf dem Geſichte wieder.—„Gott ſey Lob und Dank, daß ihr Wunſch erfüllt worden!“ ſagte er langſam.„Wie wunderbar ſind die Wege der Vorſehung! Ihr Gebet hat Sie hie⸗ hergeführt; Sie verlaſſen ſie nun nicht mehr, nein, dieſen Kummer bereiten Sie ihr nicht; ſie hat nur noch wenige Tage zu irdiſcher Freude übrig.“
„Ach, wie gerne will ich dieſe bei ihr blelben!“ er⸗ wiederte Hortenſe herzlich.„Wir wollen ſehen, wie wir es machen. Kommen Sie, beſter Herr Klinting; laſſen Sie uns keinen Augenblick verſäumen!“
Sie gingen auf die andre Seite des Gebäudes. Klinting öffnete ein kleines Vorgemach.—„Hier ſind ihre Zimmer. Ich laſſe Sie hier allein, damit Sie ungeſtört mit einander ſprechen können.“ Damit zeigte
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