Teil eines Werkes 
4.-letzter Theil (1844)
Entstehung
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auf meinem Zimmer ſitzen, wenn das Reiſen nicht zum guten Ton gehörte; allein man muß in Allem den Mit⸗ telweg wählen.“

„Ja, aber es gehört auch zum guten Ton, Etwas mehr als nur Schweden geſehen zu haben,“ bemerkte die junge Frau; ich wundre mich in der That darüber, daß ein ſo kenntnißreicher und aufgeklärter Mann noch nicht einmal einen Theil des Bruderreichs geſehen hat. Wenn Du nur Luſt dazu hätteſt, ſo würde ſich dieß jetzt ganz herrlich machen laſſen, denn Skogeborg, wohin ich gern möchte, liegt nur eine kleine Tagreiſe von Fredrikshall, und Du mußt doch wirklich zugeben, beſter Weſtelli, daß man einiges Recht hat, ſich daruͤber zu verwundern, daß Du mit Ausnahme einer Dampfbootexekurſion nach Kop⸗ penhagen, in Deiner Studentenzeit, noch niemals über die Gränze von Schweden hinaus gekommen biſt. Fange damit an; im nächſten Jahre können wir eine größere Reiſe, allenfalls nach Deutſchland, oder ſonſt irgend wo⸗ hin machen.“

„Du haſt nicht ſo Unrecht, mein Engel. Ich bin wirklich noch nie auf den Gedanken gekommen; jetzt aber, wo dieß der Fall iſt, ſehe ich die Nothwendigkeit ein. Alſo ſey es beſchloſſen, wir machen eine Reiſe nach Nor⸗ wegen— gerade nicht ſo weitläufig— nur ſo, daß man ſagen kann, man ſey dort geweſen. Ich werde ein ge⸗ höriges Tag⸗ und Notizenbuch führen, um Alles zu behalten, was vorkommt.“

„Wie danke ich Dir für Deine Güte, lieber Weſtelli. Von Karlſtad ſchreiben wir nach Forshälla, daß die Eltern uns nicht vor Johanni erwarten dürfen.“

Hortenſe und ihr Gatte ſchrieben Beide und ent⸗ ſchuldigten die Verzögerung auf das Freundlichſte. Allein in Folge der vielen Geſchäfte, Gedanken und Zerſtreuungen des Kammerjunkers trug es ſich zu, daß der Brief, ſtatt auf die Poſt zu kommen, auf ein paar Minuten in den Reiſeſack geſteckt wurde, wo er dann auch richtig liegen blieb;z denn auf dem Wege nach der Poſt begegnete ihm