Teil eines Werkes 
4.-letzter Theil (1844)
Entstehung
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„Ach, ich weiß recht wohl, woher alle die ſchreck⸗ lichen Bedenklichkeiten kommen. Der geſtrige Brief von M... hat Dich verſtimmt.“

„Gar nicht,— vielmehr hat er mich erquickt. Mein alter Freund, der Doktor, ſchreibt, daß Gotthard in ſei⸗ nem letzten Brief gemeldet habe, die jungen Männer wür⸗ den auf den Herbſt heimkommen. Beide verlangt es nach der heimiſchen Erde, und der Baron, deſſen Geſundheit ſich in den zwei erſten Jahren ſcheinbar gebeſſert hatte, iſt nun wieder ſehr weit herunter gekommen, ſo daß dieß einen Grund mehr abgibt, nach M.... zurückzukehren, ehe der arme Mann ſeine Reiſe in das noch, unbekannte Land antritt. Die Tour war indeſſen auch lang genug. Im Herbſte werden es gerade drei Jahre, daß ſie Schwe⸗ den verlaſſen haben, und Gott weiß, wie ſehr ich mich ſehne, Gotthard wieder an mein Herz zu drüͤcken. Wird er dann nicht Burgermeiſter, obgleich mir der Alte, deſſen Amt bisher noch immer ein Rathsherr verſieht, trotz ſei⸗ nes zähen Lebens, doch auf dem jetzten Loche zu pfeifen ſcheint— ſo ſteht ihm Forshälla offen und ich will es, zum Dank für die Freude, ihn bei mir zu haben, dahin bringen, daß ihm der Vorſitz bei dem Wintergerichte übertragen wird.“

„Was, ihn, den— den.... dieß wäre wirklich Deine Abſicht? Ich denke, Dein Schwiegerſohn ſollte Dir doch wohl der Nächſte ſein?“

„Pah, das verſtehſt Du nicht. Da könnte ich ehltz den Lidner dazu brauchen, der würde ſich noch beſſer anſtellen, als der Herr Kammerjunker. Nebenbei hat die Sache noch allerlei Hacken, welche, außer dem erſten und weſentlichſten, ſich nicht ſo vorrechnen laſſen, daß Du ſie begreifſt. Da wir übrigens auf Lihner zu ſpre⸗ chen kommen,— Du mußt ihn nicht ſtets ſo comman⸗ diren und anfahren, als ob er ein Dienſtbote wäre— im Gegentheile iſt er mein älteſter, beſter und zuverläßig⸗ ſter Schreiber. Die gute Seele wird von Jahr zu Jahr dunner und durchſichtiger; indeſſen hängt er doch Gottlob

Die Milchbrüder. I. 14