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AAllerdings, allein was haſt Du für Mittel gebraucht? Zuerſt mußte ſie nach Stockholm reiſen, um ſich zu zer⸗ ſtreuen und den gerechten und natürlichen Kummer zu vergeſſen, was aber, Trotz dem, nicht der Fall war. Das war das erſte Unglück und ich habe mir vorzuwerfen, daß ich aus reiner Schwachheit meine Einwilligung dazu gegeben habe. Dann kam das zweite Elend in Geſtalt von Weſtelli dazu, ein affektirter Herr Regierungsſekretär, der auf ſo anmuthige Weiſe ſeine Angeln ausgeworfen hat, daß er einer empfindſamen Mama natürlich den Kopf V verrücken mußte— als nämlich die erſten Spekulationen auf zwei Gardelieutenants an meinem Widerwillen gegen Militärs geſtrandet war. Das dritte Unglück kam von dem verdammten Kammerjunkerspatent, unter deſſen Aegide der Eigner im nächſten Frühjahre auf die Freierei kam und Deine Augen mit all' den Titeln blendete, welche noch nachkommen würden, ohne daß es Dir einſiel, in Betracht zu ziehen, ob er auch nur im Geringſten Ver⸗ dienſte beſitze. Nein, bewahre! dieſe beſaß er in Deiner Einbildung in hohem Grade, alle ſammt und ſonders. Nun ja, das iſt jetzt vorbei, ich will nicht aufs Neue daran denken; aber ſoviel ſage ich, dieß ewige Zanken und Keifen, Dein Zureden und Deine Klaglieder, im Verein mit der Trauer darüber, den braven Gotthard als Eidam verloren zu haben, was auch Deine Schuld war, haben mein Haar grau gefärbt und mir das Herz ge⸗ brochen. Nachdem Du endlich Hortenſen ſo weit gebracht hatteſt, daß ſie bei der Gleichgültigkeit und Abgeneigtheit, welche ſich nach dem Bruche ihrer erſten Verlobung gegen alle Männer zeigte, erklärte, es ſey ihr einerlei, was für Einen Du ausſuchen wolleſt, im Falle ſie durchaus hei⸗ rathen müſſe, da wurde auch ich der Sache überdrüſſig, und, um nur Ruhe zu haben, that auch ich Etwas, das ich mir in Ewigkeit nicht verzeihen kann, ich ſagte: Mag es in Gottes Namen ſeyn, wie ſie ſelbſt will. Ich haͤtte dieſe Worte aber nie ausſprechen ſollen, ſie ſind mir ſeit⸗ dem immer wie der letzte Federzug an einem Todesurtheil vorgekommen.“


