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Weſtelli iſt ein charmanter, junger Mann, hat Ton und Lebensart, Talente, Kenntniſſe und Hoffnung auf Beför⸗ derung. Und da auſſerdem Hortenſe Gefallen an ihm“
„Was Teufels, Gefallen an ihm? Du“— Dabei ſchlug der Amtmann die Doppelthüre mit ſolcher Kraft zu, daß es durch das ganze Haus ſchallte,— Du ſollteſt Dich ſchämen, Luiſe, mit ſo Etwas zu kommen. Seit einem ganzen Jahre haſt Du das arme Kind mit Deinen rührenden Vorſtellungen bearbeitet.“
„Vorſtellungen? Ja, dieß war meine Pflicht, als ich ſah, wie ſie verbleichte und abnahm,— von Trauer und Gram über den Taugenichts, Deinen liebwertheſten Favorit, Herrn Bürgermeiſter Bundler, der wie ein Narr im Lande herumzog und freite, überall einen Korb bekam und endlich auſſer Land reiſte, um ſeine Schande zu ver⸗ bergen. Ja, das wäre Etwas geweſen...“
„Halt's Maul, Weib!“ fuhr der Amtmann mit einer Donnerſtimme auf.„Einen Mann, wie Gotthard, einen ſo geſchickten Juriſten und ſo fleißigen, braven Kerl findet man nicht leicht. Du haſt doch nicht im Sinne, wiin Michimpengenicht von Kammerjunker neben ihn zu
ellen?“
„Nein, Gott ſey Lob und Dank, das wlll ich nicht,“ antwortete die Amtmännin beleidigt.„Ich ſetze mehr Werth auf meinen Schwiegerſohn, und wird er nur bis zum nächſten Jahre Kammerherr,— dieß kann ihm nicht fehlen— ſo..
„So bleibt es doch in alle Ewigkelt ein Haſenfuß,“ polterte der Amtmann dazwiſchen,„und an Hortenſes un⸗ glücklicher Zukunft biſt Du Schuld, Du haſt ſie mit dem fließpapiernen Geſellen, einem Kerl mit einem Körper ohne Seele, in den Nothſtall der Ehe hineingetrieben, denn Du haſt ſo lange gebrummt und gekeiſt, bis es uns Beiden am Ende ſo verleidet wurde, daß wir Dir Deinen unverſtändigen Willen thaten.“
„Gott bewahre, gezwungen habe ich ſie nicht, ſie hat freiwillig Ja geſagt.“


