3„So ſey es!“ rief Hermann aus!„dieß allein fehlte noch.“
Er flog fort und kam nach einer halben Stunde mit Baron Silberſparre zurück, welcher zu viel Edel⸗ muth und Selbſtbeherrſchung beſaß, als daß er nach Her⸗ manns Mitthellung ſich hätte weigern können, der Ein⸗ ladung zu folgen. Im Gegentheil ſehnte er ſich nach dem einzigen Glüͤcke, was ihm noch werden konnte, nach dem Glücke, Hulda die Hand als Bruder zum Abſchied drücken zu dürfen, und in ihrem Thränenblick ein Gebet für ſein Wohlwollen zu leſen.
Alles bewillkommte den Gaſt mit aufrichtigem, herz⸗ lichem Wohlwollen; denn Hermann hatte ſeinem Pfleg⸗ vater ein paar Worte über ſein Zwiegeſpräch mit dem Baron in die Ohren geflüſtert; dieſe Worte waren wäh⸗ rend Hermanns Abweſenheit wie ein Lauffeuer durch die Familie gegangen und hatten ihr eine Achtung für den Baron eingeflößt, welche ihm Alle auf die unverkennbarſte Weiſe zu beweiſen ſich bemühten.
Mit dem innigſten Wohlwollen, doch ohne die bange Verlegenheit, welche ſich früher ſo oft in ihrem Weſen kund gegeben hatte, reichte Hulda dem Baron die Hand.— „Wie freut es mich, wie aufrichtig freut es mich, Sie wieder zu ſehen, beſter Baron Silberſparrel Ich hoffe, es ſoll ein huͤbſcher Abend werden, und die Erinnerung daran wird ſowohl uns, als auch Denen, die jetzt in fremde Länder reiſen, um einem neuen Leben entgegen zu gehen, ein ſchönes Andenken, ein Feſt der Erinnerung ſeyn.“ Auch des Barons Gemüth wurde durch die freund⸗ liche, ungeſuchte Art, mit welcher ſich Alles um ihn be⸗ mühte und welche doch ſo voll zarter Achtung war, noch mehr beruhigt. Selige Stunden verbrachte er in dieſem Kreiſe guter, liebenswürdiger Menſchen; je weicher ſein Herz wurde, je inniger er ſich mit ihnen vereint fand, deſto minder bitter waren für ihn die Anſtrengungen, ſich zu beherrſchen, bis endlich dieſe Nothwendigkeit faſt durch⸗


