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„Hörſt Du Nichts, Hermann? Ich ſchreie mir ja die Lunge aus; Alles iſt in Ordnung! Gotthard hat alle Deine Sachen eingepackt.“
„Wie, die meinigen?“ entgegnete Hermann endlich halb träumend und reichte ſeinem Vater die Hand, wäh⸗ rend ſein anderer Arm die Geliebte umſchlungen hielt.
„Ja, die Deinigen! Willſt Du denn nicht mit Gott⸗ hard nach Deutſchland reiſen?“
„So ferne ich nicht vor lauter Seligkeit geradewegs in den Himmel fahre, liebſter Vater,“ verſetzte Hermann und ſah Hulda tief in die ſtrahlenden Augen,„ſo reiſe ich kein Haarbreit weiter als mein Urlaub von Dieſer da lautet. Packt nur in Gottes Namen meinen Koffer wieder aus, aber ein Reiſegefährte für Gotthard iſt den⸗ noch da— unſer edler Karl reist ſtatt meiner mit ihm.“
„Gott ſey Dank, ſo iſt Alles, wie es ſoll!“ fiel der Doktor herzlich froh ein.„Jetzt laßt uns aber zur Mutter eilen, ſie vergeht vor Angſt, während wir in Luſt ſchwel⸗ gen. Kommt, ſie hat den nächſten Anſpruch darauf, die Freude mitzugenießen, welche die glückliche Loſung des Mißverſtändniſſes uns Allen bereitet. ls ſich das un⸗ ruhige Schwanken gelegt hatte, welches immer die Folge einer Aufregung der Gefühle iſt, mögen ſie froher oder trauriger Art ſeyn, ſagte Hulda und wandte ſich mit größter Herzlichkeit an Alle, vornämlich aber an Her⸗ mann:
„Da es heute der letzte Abend iſt, wo wir für eine lange, ungewiſſe Zeit unſern guten Gotthard noch bei uns haben, ſo laßt uns auch ſeinen Reiſegefährten bitten. Karl wird großen Werth auf dieſes Wohlwollen von unſrer Seite legen und das mag ihn überzeugen, daß Alles ſo iſt, wie es ſeyn muß. Er reist dann ruhiger und wir können ebenfalls zufriedener von unſern Reiſen⸗ den ſcheiden und inniger für ſie beten; denn wir haben ſie als Brüder in unſerm freundlichen Kreiſe vereint geſehen.“


