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in eine neue Form mit dem Gefühle, welches Du mir eingeflößt haſt, zuſammenſchmolz, dieſer ſo nach und nach ſich entwickelnde Zuſtand hat noch nie ſo klar vor meinem geiſtigen Auge geſtanden, als in dem Momente, wo die Gefahr, Dich verlieren zu können, den letzten Schleier wegriß, welchen die Einbildung uͤber melne vorigen Empfin⸗ dungen gedeckt hatte. Da ſah ich ein, daß es nur krank⸗ hafte Phantaſien waren, die mich quälten. Sieh', Her⸗ mann, ich wußte, wie ſehr ich Dich liebte, und konnte mich doch mit Porſtellungen plagen, welche mein ganzes Weſen mit Unruhe und Angſt erfüllten, und wenn ich Dir meine innerſten Gedanken anvertrauen wollte, ver⸗ mochte ich dieß nicht mit der Klarheit, daß Du vollſtändig begreifen und faſſen konnteſt, was in meinem Herzen vorging. Aber nun, ſeit meine frühere Schüchternheit und Angſt auf unbegreifliche Weiſe verſchwunden iſt, nun kannſt Du klar in meiner Seele leſen, daß Du mein Leben biſt, mein Alles! und daß Du Deine eigene Schöpfung nicht von Dir werfen kannſt, ohne ſie ganz und gar zu vernichten.“
Sie ſchwieg, aber ihre ſanften blauen Augen, in denen Kriſtalltropfen funkelten, ſahen vertrauensvoll zu ihm auf. Ein einziger Blick auf ſein Antlitz überzeugte ſte von ihrem Siege.
„Mich, mich allein, ansſchließlich mich liebſt Du! O meine Hulda, Du Hälfte meiner Seele! Ich bin kein Ungläubiger, ich glaube Dir; denn ſo wie jetzt haſt Du noch nie geſprochen, ſo wie jetzt haben Deine Augen nie auf mir geruht. Ich fühle jetzt, daß der Himmel auf die Erde niederſteigen kann und wir ſeine glücklichſten Kinder find.“
„Nun, Hermann, die Koffer ſind gepackt,“ ſagte Doktor Bundler, während er mit freudeſtrahlenden Blicken und freier, klarer Stirne eintrat. Der Biedermann hatte zum erſten Male in ſeinem Leben gelauſcht, aber es lag ihm am Herzen, zu wiſſen, wie dieſe ſonderbare Geſchichte zuſammenhing.


