Teil eines Werkes 
4.-letzter Theil (1844)
Entstehung
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mit Gewißheit weiß, daß nicht Liebe, ſondern nur Ein⸗ bildung jenes mir vorzauberte— ſo gewiß iſt es auch, daß mein Herz bricht, wenn Du mich aufgibſt. Thue dieß nicht, Hermann, laß mich mit Dir leben und ſterben.

Verlaß nicht Deine Hulda.“

Hermann ſprang die Treppe hinab und ſlog mehr als er ging durch die Straßen zwiſchen Kapitän Adler⸗ branths und ſeines Vaters Hauſe.

„Wo iſt ſie? wo iſt ſie?“ fragte er Gotthard, welcher ihm auf der Treppe begegnete.

„Auf ihrem Zimmer, wo ſie Dich erwartet, Her⸗ mann, ich glaube faſt, man hat Dich in April geſchickt; doch, wer kann ſich auf Weiber verſtehen?“

Hermann hörte Nichts; er eilte an ſeinem Freunde vorüber und blieb erſt vor der Thüre ſeiner Geliebten ſtehen. Sie hatte auf jeden Ton gelauſcht und ſeine An⸗ kunft ſchon vernommen; mit hochklopfendem Herzen zog ſie den vorgeſchobenen Riegel hinweg. Im nächſten Augen⸗ blicke war Hermann in dem Zimmer und Hulda lag in ſeinen Armen.

Hulda kam zuerſt wieder zu ſich.

„Alſo dieſes Opfer, dieſes höchſte Opfer haſt Du mir bringen wollen, Du Liebling meiner Seele!“ ſagte ſie endlich;„und wenn es geſchehen wäre, weißt Du, daß Deine edle Verblendung uns Beide in tiefes, bodenloſes Elend geſtürzt hätte? Denk' Dir, Hermann, wenn ich es erſt dann erfahren haben würde, als es ſchon zu ſpät war!— Gleichwohl, zu ſpät oder nicht zu ſpät, ſchwöre ich Dir bei dem Allmächtigen, der mich hört und ſieht, daß ich Karls Hand nie angenommen hätte. Ich habe ihn hoch und theuer geliebt, dieß kann und darf ich Dir jetzt offen geſtehen; allein dleſe hohe, lebendige Achtung, dieſen innigen, wohlthuenden, ſtillen Seelenfrieden, welchen

nur Du mir zu geben vermochteſt und zwar in ſolchem

Grade, daß meine erſte Liebe gleichſam verdunſtete oder