Teil eines Werkes 
4.-letzter Theil (1844)
Entstehung
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Nachſicht Sie gegen ſeine Fehler zeigen, deſto mächtiger werden ſeine böſen Leidenſchaften hervortreten, und ſtete Neue über Ihre thörichte Blindheit wird Ihr Loos ſeyn. Eine verſtändige Liebe, welche das zuküͤnftige Wohl des Kindes im Auge hat, für die Entwicklung ſeiner morali⸗ ſchen und phyſiſchen Kräfte ſorgt, wird ſich mit Dank⸗ barkeit belohnt ſehen; aber eine übertriebne maß⸗ und zielloſe Nachgiebigkeit gegen alle ſeine Wünſche und Be⸗ gierden, eine ſolche Liebe— wenn man ja die Schwach⸗ heit ſo nennen kann— wird früher oder ſpäter mit Undank vergolten werden. Bedenken Sie jetzt meine Worte,— es wird eine Zeit kommen, wo es zu ſpät ſeyn dürfte.“

Bundler entfernte ſich und ungeachtet ihrer unbe⸗ greiflichen, mehr als weibiſchen Schwachheit für Ludwig, erinnerte ſich Elfride doch an manchen Zug ſeines Cha⸗ rakters und an mehr als Einen Vorfall, welcher leider für die Behauptung des Doktors zu ſprechen ſchien. Still und in ſich gekehrt begann ſie mit den Vorberei⸗ tungen zur Reiſe; und als Ludwig, bei der Kunde da⸗ von, nahe daran war, das Haus zu ſtürmen, um die ſchlafende Mutterzärtlichkeit zu wecken, ſo blieb es dieß Mal doch ohne Wirkung. Ein paar Drohungen, welche ihm in der Hitze entfuhren, befeſtigten die Mutter in ihrem Vorſatze, und obgleich ſie in der Abſchiedsſtunde gewaltig ſchwach wurde, und es ſie beinahe gereut hätte, ſo ging die Reiſe nichtsdeſtoweniger vor ſich und Elfride

weinte ihrem Lieblinge eine Fluth von Thränen nach.