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Blum ein ſehr geachtetes Haus find und tüchtige junge Leute bei Ihnen gezogen werden, ſo weit es in menſch⸗ lichen Kräften ſteht, ſolche zu Recht zu bringen.“
„Ja, aber daraus wird Nichts, ſage ich! Ich bin Mutter und habe auch ein Wort mit zu ſprechen. Lud⸗ wig bleibt hler.“
„Den Henker wird er! Ich bin ſein Vormund, habe nicht ein Haarbreit von meinem Rechte abzugehen im Sinne, und werde durchſetzen, was ich in dreifacher Eigen⸗ ſchaft, als Verwandter, Vormund und Bevollmächtigter ſeines ſeligen Vaters zu ſeinem Beſten beſchloſſen habe; deßhalb thun wir am geſcheidteſten daran, keine weiteren unnöthigen Worte über den Gegenſtand zu verlieren, denn, mögen Sie gleich Himmel und Erde in Bewegung ſetzen, es bleibt dabeil Heute haben wir Dienſtag, in acht Tagen kann Alles in Ordnung ſeyn— alſo macht ſich am nächſten Montag der junge Herr auf den Weg. Ich werde deßhalb zuvor ein Wörtchen mit ihm reden und ihm meine Ermahnungen gehörig an das Herz legen.“
Nun begann Elfride zu ſchluchzen und den Schatten ihres verſtorbenen Mannes um Schutz und Gerechtigkeit gegen die unverantwortliche Handlungsweiſe ihres Schwa⸗ gers anzurufen.—„Ach ich durchſchaue wohl den ab⸗ ſcheulichen Plan,“ ächzte ſie.„Ihr wollt das einzige Weſen, welches mich liebt, das einzige, welches mir armen verlaſſnen Wittwe Schutz und Beiſtand gewähren kann, aus meiner Nähe vertreiben!“
„Brauchen Sie Ihre Vernunſt,“ verſetzte der Dok⸗ tor ernſt,„und verfündigen Sie ſich nicht durch ſolche Klagen an Gott und dem Verſtorbenen. Glauben Sie meinem Worte, Ludwigs Zärtlichkeit und Schmeicheleien dauern nur ſo lange, als er Ihrer Hilfe, Ihrer Spar⸗ pfennige bedarf. Laſſen Sie ihn ein Mal ſein eigner Herr und nur von ſeinem Willen abhängig ſeyn, ſo wird ſich das Blättchen bald wenden; Sie werden dann ſehen, das ſag ich Ihnen, ſo wahr ich ein ehrlicher Mann bin— daß er ein Tirann wird; und je größre Schwachheit und


