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ein kleines Fünkchen von Möglichkeit des Gelingens. Sie ſtand auf und begrüßte ihren Schwager mit dem ſüßeſten „Seyn Sie mir willkommen!“
„Das ſoll mir lieb ſeyn,“ erwiederte Bundler. „Auch bringe ich eine Nachricht, Frau Schwägerin, welche Sie ohne Zweifel freuen wird, denn Sie ſind eine zärt⸗ liche, faſt allzuzärtliche Mutter, ſollte ich ſagen. Als Ludwigs Vormund liegt es mir am Herzen, Alles zu ſeinem Beſten zu thun und ich bin gewiß, daß Sie alle Mittel und Wege, welche ich dafür einzuſchlagen für gut gefunden habe, billigen werden.“
„Laſſen Sie hören, liebſter, beſter Schwager, laſſen Sie hören! Ich weiß und bin feſt überzeugt, daß obgleich wir zu Lebzeiten meines ſeligen Mannes, oft verſchiedner Anſicht waren, Sie es doch ſtets gut gemeint haben, wenn ich es auch, als ein ſchwaches Weib, nicht allezeit be⸗ grelfen konnte, wie jetzt, wo Kummer und Sorge meinen Blick geſchärft haben.“
„Potz tauſend, Frau Schwägerin! was iſt auf ein Mal für ein anderer Geiſt in Sie gefahren?“ fragte der Doktor erſtaunt und ſah Elfriden mit einem ganz eignen Ausdruck ſeiner großen ſchwarzen Augen an.—„Na, ich habe Nichts dagegen, wenn der Verſtand ein Mal kommt; beſſer ſpät als niemals. Wir werden gleich ſehen, ob er von der rechten Art iſt.“— Bundler ent⸗ faltete ſeinen Brief und las mit lauter Stimme:
„Hochgeehrteſter Herr und Freund!
Dero werthes vom erſten hujus haben richtig erhalten und deſſen Inhalt gehörig obſerviret. Mit Rückſicht auf Dero Rekommandation nehmen wir den jungen Mann um ſo lleber in unſer Haus auf, und wird ſeine Stellung von ſeiner eignen Aufführung abhängen. Betreffend ſeinen Hang zum Leichtſinn, welchen Dieſelben erwähnen, ſo iſt dieß nichts Seltenes bel der heutigen Jugend; da wir übrigens gewohnt ſind mit jungen Leuten


