Teil eines Werkes 
4.-letzter Theil (1844)
Entstehung
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ich mache nicht den geringſten Anſpruch, welchen Dein Herz nicht billigt.“

„Zum Kuckuck mit all' dem abgeſchmackten ſentimen⸗ talen Gewaͤſche!“ ſiel der Doktor ärgerlich ein.„Was Schweſter! Deine Braut iſt ſie, Deine geliebte, liebevolle Braut, welche Todesqual ausgeſtanden hat, während Du fort warſt. Alles iſt im Reinen und abgemacht, wenn Dir nur nicht wieder der Teufel in den Leib fährt, Her⸗ mann. Du kannſt doch nicht verlangen, daß das Mädchen ſich Dir an den Hals werfen ſoll. Willſt Du ſie haben, — gut!— dann ſey aber auch vernünftig, daß wir nicht wieder durcheinander laufen als wären wir im Kopfe nicht richtig.“

„O Vater! Du thuſt nicht recht,“ ſagte Hermann ernſt.—„Hulda iſt weich wie Wachs. Sie kann mich nicht leiden ſehen und ſagt lieber ja, als daß ſie die Urſache von Mißhelligkeiten zwiſchen Denen ſeyn will, die ihrem Herzen ſo theuer ſind. Laßt ihr Zeit, ich will da bleiben; ſpricht am Schluſſe der zwei Monate, ohne alle Einwirkung, Zwang oder Ueberredung, ihr Herz für mich, dann werde ſie die Meine, und das Streben meines ganzen Lebens, die höchſte, heißeſte Liebe wird nicht genug ſeyn, ihr dafür zu danken. Denkt ſie aber anders— ſo bleibt fie dennoch die theuerſte Hälfte meines Ichs, und meine ſchönſte Aufgabe ſoll, wie jetzt, ſo immer, ihr Glück ſeyn.“

„Hermann, braver, herrlicher Junge!“ rief Bundler gerührt und ſchloß den jungen Mann in ſeine Arme;„ſo ſey es! Ich werde kein Wort mehr über die Sache reden; aber wenn ſie meine Tochter ſeyn will, wenn ſie ein Herz hat, welches deſſen würdig iſt, der ſie ſo unendlich liebt,

0 „Halt, Vater!“ fiel ihm Hermann ins Wort,„laſſen wir dieß. Hulda bedarf der Ruhe, um ſich zu erholen; wir haben ſie mit unſrer Heftigkeit allzuſehr in Schrecken geſetzt.“ Mit einem Blick des Dankes auf ihren geliebten