Teil eines Werkes 
4.-letzter Theil (1844)
Entstehung
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mals die Seligkeit ſeines Lebens durch eine Kränkung der heiligſten Herzensrechte eines Weibes erkaufen.“

„Nun da, zum Henker, da haben wirs!“ platzte der Doktor heraus, mäßigte ſich aber ſchnell wieder und fuhr mit erzwungener Ruhe fort:„Na, mein Kind, was glaubſt Du denn, daß er damit hat ſagen wollen? Oder was verſtehſt Du denn ſelbſt unter einer Kränkung der heilig⸗ ſten Herzensrechte des Weibes?“

„Vater!“ ſtammelte Hulda ſchüchtern und verlegen.

„Sprich ohne Furcht, Kind!“

„Nun ja, wenn Hermann— mich..“ hoch er⸗ röthend ſchwieg ſie. 3

„Nun ja, wenn Hermann Dich liebt und zu ſeiner Frau haben will,“ half der Vater nach.

„Ja, wenn es ſo wäre, ſo glaube ich, daß er den Gedanken aufgeben würde, wenn ich ſeine Gefühle nicht theilte.— Denn handelte er anders, ſo würde er gerade die Rechte kränken, welche er vertheidigen will.“

„Du machſt ganz abſonderliche Schlußfolgerungen, mein Kind! Wenn Du ihn nicht liebteſt! Ein ſolcher Fall kann ja gar nicht eintreten. Haſt Du ihn nicht ſchon geliebt ſeit Du denken kannſt? Er hat ja mehr an Dir gethan, als ſelbſt wir. Haſt Du nicht ſeiner Liebe und Geduld das Viele zu danken, was Du weißt und gelernt haſt? Wer hat Dein Herz für das Gute empfäng⸗ lich gemacht, wer Deinen Verſtand gebildet, wer mit un⸗ ſäglicher Liebe und Treue für Dich geſorgt, ſeit Du das Licht der Welt erblickt haſt? Wer ſpielte mit Dir als Kind, wiegte Dich in Schlaf wenn Du weeinteſt und wachte bei Dir wenn Du krank warſt? Und wer kann Dich ſo lieben wie Er? Du biſt doch kein ſolches Unge⸗ heuer von Undankbarkeit? Nun, ſprich!“

„O Vater!“— Hulda ſchmiegte ſich an ſeine Bruſt. —„Sey mir nicht böſe! Ich habe unnatürlich gehandelt, ich bin undankbar geweſen; das Bild eines andern Mannes hat in meinem Herzen gelebt und lebt noch darin, aber