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theurer als ſeine Liebe. Haſt Du mich verſtanden, ge⸗ liebte Tochter?“
„Nein, Mutter,“ antwortete ſie voll Angſt,„ich ver⸗ ſtehe es nicht ganz; allein ich weiß, daß Du es verſtehſt, und ſo will ich mich denn unterwerfen. Nicht um aller Welt Seligkeit wollte ich, daß auch nur ein Schatten auf ſeine Ehre fiele.“
„Was für einen Eindruck dieſe kindliche, zarte Hin⸗ gebung auf mich machte, kann ich nicht beſchreiben;— im Vereine von Mutter und Tochter liegt eine ſo hohe und reine Liebe, daß Nichts mit ihr den Vergleich aus⸗ hält. Ich brachte ihr Herz zur Ruhe.
„Am andern Morgen früh, als Hulda noch ſchlief, ging ich hinab in den Garten, ich wußte, daß der Baron um dieſe Zeit dort ſein würde, und in der Ueberzeugung, daß ich mich auf ſeinen Seelenadel und ſeine Ehrenhaf⸗ tigkeit verlaſſen könne, beſchloß ich, ihn ohne Weiteres zu meinem Vertrauten zu machen. Ich fand ihn bald in einer dunklen Grotte ſitzen; er heftete den Blick gedan⸗ kenvoll auf den Boden.“
„Guten Morgen, Herr Baron,“ begann ich ſo ruhig wie möglich;„es freut mich, Sie hier zu treffen.“
„Er ſtand auf, mit einer Würde, in welcher ſo viel Anmuth als Ernſt lag. Nach einer höflichen Begrüßung ſetzten wir uns, und ich ſagte ihm, daß ich geſtern Zeuge ſeines Geſprächs mit meiner Tochter geweſen ſey, welches mein Mutterherz in die höchſte Unruhe verſetzt habe.“
„Ich bemerkte dieß mit Schmerzen,“ entgegnete er düſter;„die Kälte in Ihrem Ton hat mir hinlänglich geſagt, daß ich die Hoffnung, welcher ſich meln Herz hin⸗ gegeben hatte, auf ewig daraus verbannen muß. Es war auch eine Thorheit von einem armen Lieutenant, nach einem Glücke zu ſtreben, wie die Hand, oder noch mehr, die Liebe Ihrer Tochter.“
„Nicht ſo, Herr Baron,“ verſetzte ich gerüͤhrt.„Der ärmſte Mann, mit Ihrem Charakter und einem Herzen, wie ich es Ihnen zutraue, ſollte uns als Sohn hoch will⸗


