Teil eines Werkes 
4.-letzter Theil (1844)
Entstehung
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gänzlich in ihr Anſchauen verſunken, nur an die Gegen⸗ wart zu denken.“

„Was ſprachen ſie?“

„Im Augenblick kein Wort; als aber Hulda, gleich⸗ ſam aus einem Traume erwacht, eine Bewegung machte, um aufzuſehen, ſagte er mit tiefer wehmüthiger Stimme: „Hulda, Sie wiſſen, ich ſehe es, daß Sie wiſſen, wie ich Sie über Alles liebe;— allein ich bin arm, ſo arm, daß ich es nicht wagen darf...“ Weiter wollte ich Nichts mehr hören; um ihn zu unterbrechen und mich bemerkbar zu machen, huſtete ich heftig. Beide ſtanden auf, wechſelten einen Blick, welcher Alles enthielt, was man ſich in einem ſolchen Augenblicke ſagen kann, und der Baron gab ſeiner Gefährtin den Arm. Crröthend, aber mit Faſſung grüßte er mich. Hulda's Wangen glühten wie Purpur, mit dem lieblichſten und unſchuldig⸗ ſten Erſtaunen warf ſie ſich mir an die Bruſt und ver⸗ barg da die verrätheriſchen Thränen, welche ihr die Selig⸗ kelt und der Schmerz des Augenblicks erpreßten. Mein Mutterherz blutete— allein es blieb ſtark. ‚Darf ich Sie bitten, Baron Silberſparre, ein wenig voraus zu gehen? ſagte ich zlemlich froſtig.„Wir kommen bald nach.“— Er verbengte ſich ſtumm; allein der Blick qual⸗ voller Unruhe, welcher mich aus ſeinen Augen traf, ging mir durch die Seele.

„Sobald ich mit Hulda allein war, öffnete ſie mir ihr Herz und zagend blickte ich in dieſes Heiligthum, wo ich überall das Bild des Barons antraf. Unendliche Angſt preßte mir die Bruſt zuſammen. Ich ſah ſchon wie Dein vorwurfsvoller Blick mich traf, und war in dem Augen⸗ blick unſchlüſſig, ob ich ihr nicht mittheilen ſollte, daß ſie für Dich beſtmmt ſey; aber die Vorſicht ſiegte über meine aufgeregte Stimmung; ich ſchlug einen andern Weg ein und ſuchte ſie möglichſt zu beruhigen. Weit entfernt, durch Vorwürfe ihre Gefühle zu ſteigern, be⸗ mühte ich mich ſie auf die ſanfteſte und ſchonendſte Weiſe zu überzeugen, daß ein Mann wie Silberſparre, bei