Teil eines Werkes 
4.-letzter Theil (1844)
Entstehung
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„Baron Silberſparre. Hat es doch meiner Seele ſeit dem erſten Augenblicke, wo ich von dieſem Menſchen ſprechen hörte, geahnt, daß er in mein Schickſal eingreifen würde! Nun verſtehe ich Alles.„Indeſſen“— er legte die Hand an die Stirne, ſie glühte wie Feuer—;„ſprich weiter, Tante,“ bat er mit erzwungener Faſſung.

„Ja, Hermann, der war es. Es war der arme, un⸗ glückliche Edelmann, welcher jetzt um eine Freiſtätte für die noch übrigen Tage ſeiner verlaſſenen Mutter ſtreitet. Er war in Trauer um ſeinen Vater, und man ſah es ſeinem ganzen Weſen deutlich an, daß er nicht blos äußer⸗ lich, ſondern auch im Herzen trauerte.

„Da Hulda, obgleich ſie große Luſt dazu hatte, nicht mit der übrigen Jugend herumſpringen durfte, ſetzte ſie ſich zu mir auf die grüne Gartenbank. Der Baron ſchloß ſich an uns an und wußte eine feine und lebendige Unter⸗ haltung zu führen; ich geſtehe Dir, Hermann, daß ſein gefälliger Umgangston einen angenehmen Eindruck auf mich machte. Es entging mir übrigens ſchon an jenem Abende nicht, daß er ſich mehr mit Hulda, als mit irgend einem andern Mädchen beſchäftigte. Allein ich fand von ihrer Seite weiter kein lebhafteres Intereſſe für ihn und beruhigte mich dabei; aber,— Tag für Tag dieſelbe gefährliche Geſellſchaft war doch auf die Länge eine all⸗ zugroße Probe für ein junges Herz, welches noch nicht erwacht war, und das Einzige, was ich mir wirklich in der Sache vorzuwerfen habe, iſt, daß ich nicht ſogleich bei dem erſten Anzeichen ihrer erwachenden Neigung Billingsthal mit ihr verließ. Allein es kam mir thoricht vor, aus einer Fliege einen Elephanten zu machen, und da der Baron mit der Zeit mehr auf ſich Acht gab, ja ſogar ſich faſt zurückzog, was ich als eine Folge meiner ſteten Vorſicht anſah, ſo glaubte ich, die Sache ſei weder von Wichtigkeit, noch könne ſie es je werden. Inzwiſchen äußerte die Landluft den glücklichſten Einfluß auf Hulda's

Geſundheit; vielleicht hatte es aber auch— was ich jetzt