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er ſich auf den Weg; das Herz war ihm ſchwer und es kam ihm vor, als ſey er auf dem Wege, die frühe er⸗ blühten und ſo ſchnell wieder verwelkten Hoffnungen ſeines jungen Lebens zu Grabe zu tragen.
Karoline war allein. Hulda ließ ſich nicht ſehen— weder im Saal noch im Zimmer der Mutter.
Ohne Zweifel lag in Hermanns Weſen etwas Be⸗ ſonderes, ungewöhnlich Förmliches, faſt Steifes, als er ſich ſeiner Tante näherte und um eine geheime Unterre⸗ dung bat, denn ſie betrachtete ihn mit Verwunderung und fragte— es überſiel ſie eine bei den Frauen ſo häufige ängſtliche Ahnung—:„Hermann! Du haſt doch keine ſchlimmen Nachrichten von Gotthardt mitzutheilen?“
„Mitzutheilen habe ich keine ſchlimme Nachrichten, beſte Tante, im Gegentheil, ich bin gekommen, ſolche ein⸗ zuziehen. Aber laß mich zuvörderſt fragen, was Hulda macht?“
„Es geht ihr ganz gut, ſie iſt heute Morgen ein wenig ausgegangen, ſie ſagte mir, ein heftiges Kopfweh habe ſie geſtern früh zu Bette zu gehen veranlaßt. Ich kam erſt ſpät nach Hauſe und habe ſie nicht mehr getroffen.“
Hermann ſchwieg ein paar Momente; dann ſagte er haſtig und nicht ohne Anſtrengung:„Beſte Tante, das Geſpräch, welches damals abgebrochen wurde, als man mich zum Sterbebette meines Vaters rief, wünſchte ich jetzt fortzuſetzen. Ich beſchwöre Dich, ſey aufrichtig ge⸗ gen mich; es iſt beſſer, wenn ich vollſtändig weiß, was ich zu hoffen oder verloren habe, als wenn ich meine Kraft in dieſem Kampfe verſchwende.“— Mit krampf⸗ hafter Ungeduld zog er Karoline auf den Sopha, ſetzte ſich zu ihr und ſah ſie an, als hinge Leben oder Tod an ihren Lippen.
„Du biſt doch ein Mann, Hermann, geliebter Sohn?“ ſagte Karoline und legte zärtlich ihren Arm um ſeinen Nacken.„Du biſt allzeit ſtark geweſen, Hermann; ſey es auch jetzt, ſo wird Alles gut werden; denn es iſt bei weitem nicht ſo ſchlimm, als Du es Dir vorſtellſt. Wenn


