Teil eines Werkes 
4.-letzter Theil (1844)
Entstehung
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erwiedern vermag, wie er es fordern könnte, wenn.. O Hermann, ich will Dich ewig lieben, wie eine treue Schweſter, ich will Deine Sklavin ſeyn, Alles thun, was Du befiehlſt, ja, ich will für Dich ſterben; aber... Deine Gattin.... nein, nein, dagegen erhebt ſich eine Empfindung in meiner Bruſt.— Und dennoch, wenn er es will,— könnte ich dann nein ſagen?— Wagte ich es?— O Gott, o Gott!“— Hulda weinte ſo lange,

bis die heftige Gemüthsbewegung ihre Kräfte erſchöpfte

und ſie in ſtille Betäubung verſank.

Inzwiſchen wandelte Hermann die dunkeln Gänge in ſeines Pflegvaters Garten auf und nieder. Hier, wo er als Knabe geſpielt, als Jüngling geträumt hatte, hier kämpfte jetzt der Mann mit den ſtreitenden Mächten, welche wechſelweiſe über ſelne kräftige Seele die Ober⸗ hand gewannen. Es war ihm unmöglich die Wurzel der Hoffnung gänzlich aus dem Herzen zu reißen. Bel dem Gedanken an die tiefe, ewig blutende Wunde, welche in einem ſolchen Falle ſich öffnen und zu unermeßlichem Umfange in ſeiner Bruſt ausdehnen würde, bewegte ihn eine Art Mitleid mit ſeiner eigenen Qual es ſich zu ver⸗ hehlen, daß ſeine Vernunft auf der Seite der unruhigen Ahnungen ſeines Herzens war.—„Sie liebt mich nicht, jetzt noch nicht!“ preßte er zwiſchen den zitternden Lippen hervor; aber nie kamen die Worte darüber, welche ihm eine düſtere Geiſterſtimme unaufhörlich in die Ohren flüſterte:„Sie liebt einen Andern!“—„Nein, nein, nein!“ murmelte er undeutlich und auf ſeinen bleichen Zügen war die Angſt zu leſen, welche ſein ganzes Innere einnahm.„Ich muß Licht haben in dieſem Dunkel,“ rief er endlich aus;„ich will jenes abgebrochene Geſpräch mit Tante Karoline wieder anknüpfen.— Morgen, Mor⸗ gen!“— ſagte er noch leiſer und ging ſeiner Wohnung zu.

Nach kurzem unruhigem Schlummer erwachte Her⸗ mann mit demſelben Entſchluſſe, den er am Abend ge⸗ faßt hatte. Um die Zeit, wo der Doktor ſeine gewöhn⸗ liche Runde bei den Patienten zu beginnen pflegte, machte

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