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Empfindung hielt ſie zurück, flehend faltete ſie die Haͤnde und heftete ihr thränenſchweres Auge auf Hermann. „Bruder, theuerſter Freund!“ flüſterte ſie und lehnte ihren Kopf an Hermanns Schulter,„ſprich, was bewegt Dich ſo heftig?“
Ein paar Sekunden verweilte ſein Blick auf ihrem ſchönen Geſichte, welches er in die Höhe hob und das in dieſem Momente den Ausdruck heiliger Entſagung trug, einen Ausdruck von Liebe,— aber nicht irdiſcher — nein ein Abglanz himmliſcher Liebe lag darin. Her⸗ mann war in ihr Anſchauen verloren, er ſchlang ſanft ſeinen L um ihren zarten Leib.—„Willſt Du es wiſſen, Hulda! Willſt Du wiſſen, was hier tobt?“ fragte er ſanft, und legte ihre Hand auf ſein hochſchlagendes
Herz.
Die einzige Antwort des Mädchens waren Thränenz ſie zitterte ſo heftig, daß ſie nicht ſprechen konnte.
„O weine nicht ſo,“ bat er mit beweglichem Tone und der innerliche Schmerz war deutlich⸗ auf ſeinen edlen Zügen zu laſen.„Beruhige Dich, ich will ſchweigen! Fürchte Nichts; Du biſt mir allzu theuer, als daß ich aus der Aufregung dieſes Augenblicks Vortheil ziehen möchte. Niemals wird Hermann ſein Lebensglück durch eine Kränkung der heiligſten Rechte eines Frauenherzens erkaufen.“ Damit ſtand er auf, legte ihren Kopf ſachte auf das Sophakiſſen und verließ, mit männlicher Kraft die in ſeiner Bruſt tobenden Leidenſchaften bekämpfend, das Zimmexr..
Als Hulda allein war, ſtreckte ſie ihre Arme nach dem Entfernten aus.„O Hermann, Hermann!“ rie dieß der Lohn für all' deßhalb zu der Hälfte Deines Ich's gemacht— damitz Hir einſt mit dem bit⸗ terſten Undank für Delne Zärgichkeit gelohnt werden ſollte? Jetzt iſt die Binde von meinen Augen gefallen: jetzt weiß, jetzt erkenne ich Deine Gefühle. Gott! war⸗ um bin ich ſo unglücklich, daß ich ſie nicht ſo zu


