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Tante Karoline beſuchte eine Freundin„ der Doktor ſeine Patienten.
Hulda hatte ihren Stickrahmen vor ſich und arbei⸗ tete an einem Reiſeſack für Hermann. Dieſer las ihr aus Degners Arel vor, hatte aber gerade das Buch weg⸗ gelegt, Beide ſchwlegen.
„Biſt Du ſchon müde, Hermann?“ fragte Hulda freundlich und trocknete eine Thräne ab, die noch in den langen, ſeidenen Wimpern hing, welche den nebelum⸗
hüllten Himmel ihres Auges beſchatteten.—„Es iſt
mir, als ob D Bruſt angegriffen wäre, Hermann. Du athmeſt zu Zeitn ſo kurz und fährſt häufig mit der Hand ‚NVag' mir, biſt Du krank?“
„M ank bin ich nicht; allein bei der Herreiſe habz ich mich in der feuchten Nachtluft ein wenig Huſten, dieſer
iſt mir läſti am unausgeſetzten Wei⸗ terleſen.“ „Hoffentli bald Mrüber gehen,“ lächelte ulda,„Du biſt Arzt und da dünkt mich, ſollte es Dir nicht ſchwer Sald wieder geſund zu werden.“ „Vielleicht,“ e 8* ermann,„vielleicht au nicht;“— und bei dilhan ni Gt fuhr ein dunkler Schat⸗
er ſanft und ſeine Stimme verrieth Bewegung, über welche er ſichtbar
„Das kann ich Dir exe. antwortete Mühe gab.
ſchien in ſeinem Schooße die Entſcheidung für ihr gan⸗ zes Leben zu tragen; aber eine andere, gleich mächtige


