Teil eines Werkes 
4.-letzter Theil (1844)
Entstehung
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SNͤSARA Ae

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Hulda war unmittelbar nach dem Todesfalle in das älterliche Haus zurückgekehrt, und obgleich die alten lieben Zimmer in des Doktors Haus für Hermann zurecht gemacht waren und leer ſtanden, ſo hielt ihn doch ein gewiſſes Zartgefühl in dem Hauſe ſeiner Stief⸗ mutter zurück. Uebrigens beſuchte er ſeine lieben Ver⸗ wandten jeden Tag ein oder mehrere Male, und zwiſchen ihm und ſeiner Baſe ſchien wieder die alte geſchwiſterliche Vertraulichkeit, in gewiſſem Grade wenigſtens eingetreten zu ſeyn. Allein weder im Beiſeyn der Aeltern, noch unter vier Augen ließ er jemals auch nur ein Wort fallen, welches im Geringſten dem gleich geweſen wäre, das an jenem erſten Morgen in der überſtrömenden Se⸗ ligkeit des Herzens ſeinen Lippen entſchlüpft war. Selbſt ſeine Blicke ſuchte er zu beherrſchen; und als Hulda nicht mehr vor den Flammenblitzen ſeiner Augen zurück⸗ zuſchaudern brauchte, kam ſie endlich von ſelbſt, gleich einer verſcheuchten Taube, welche beim ſchmeichelnden Ton einer bekannten Stimme umkehrt.

Oſt ſaßen ſie allein mit einander auf dem grünen Sopha in dem kleinen Kabinet, wo Hermann ſie als ein kleines Kind unzählige Male auf den Armen ge⸗ ſchaukelt, ſpäterhin, wie jetzt, an ihrer Seite ſitzend, ihren Verſtand, ihr kindiſch ſchönes Herz fuͤr die Ein⸗ drücke des höhern Lebens geöffnet und Sie durch ſeine Augen Dinge hatte ſehen laſſen, die ſie nicht anders 3 faſſen vermochte, und wo er gleichſam die reinen, klaren Empfindungen ſeiner eignen Seele in die ihrige zu gießen wußte. Bei der Erinnerung an dieß Alles, bei den Ge⸗ danken an die ſchöne Hoffnung, welche ihm ſo oft das Herz höher ſchlagen gemacht hatte, ſeufzte Hermann und ſein wehmuthevoller Blick ſenkte ſich, um nicht dem ihri⸗ gen zu hegegnen, welcher mit ſanſtem Lächeln auf einer Menge Zeichnungen aus ihrer Kinderzeit weilte.

So ſaßen ſie abermals elnes Abends ſlill auf dem gewöhnlichen Plätzchen, welches Hermann ſo theuer war.

Die Milchbrüder. II.