ſeine Lippen auszudrücken vermochten. Hoch erröthend ſenkte ſie den Blick und ſagte langſam:
„Im nächſten Monate iſt Papa's Geburtstag, und 3— 4½ nnn wollen wir ihn mit dem Bilde überraſchen;“ ftel Gatthard dazwiſchen, der wohl merkte, was ſie da⸗ mit wollte.„Aber— eine Kopie darf.“
1„Adjeu, Herr Notartus!“ Hortenſe hörte Nichts mehr, ſondern ſlog leicht wie ein Reh über den Hof.—
„War es Zufall, oder ein Zeichen von erwachendem Gefühl in der jungfräulichen Bruſt?— Genug— im Graſe lag eine ihrer ſchönſten Roſen.— Gotthard hob ſie haſtig auf und ſteckte fie in das Knopfloch. Dann trat er in den Hinterhof und beſtieg ſein bereitſtehendes Pferd; als er ein Stückchen weit geritten war, wo kein neugieriger Blick ihn mehr verfolgen konnte, druͤckte er die Blume an ſeine Lippen— ein Maneuvre, welches er auf dem ganzen Wege nach Wallby alle fünf Minuten wiederholte.
Zweites Kapitel.. 3 Ich ſah ein Wölkchen roſenroth Am Himmelsbogen ſtehn. Doch ſchnell den Abſchiedsgruß es bot—
Und ließ ſich nicht mehr ſehn. Runeberg.
Das Leichenbegängniß des allgemein bedauerten und geachteten Herrn Dahl war vorüber. Der brave Schwa⸗ ger des Verblichenen beſorgte, wie es in ſolchen Fällen üblich iſt, in Gemeinſchaft mit dem hochlöblichen Magi⸗ ſtrate die Auseinanderſetzung der Verlaſſenſchaft und auch Hermann verſagte ſeine Beihilfe nicht, wenn ſeine Ge⸗ genwart erforderlich war, allein man ſah wohl, daß er das Geſchäft herzlich gerne ſeinem Pflegvater überließ.


